Timoschenkos Tirade gegen Putin
„Dem Mistkerl in die Stirn schießen“

Ein Telefonmitschnitt bringt die ukrainische Ex-Regierungschefin Timoschenko in Erklärungsnot: Sie beschimpft darin die Russen und äußert eine Morddrohung gegen Putin. Die brisanteste Aussage streitet sie jedoch ab.
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KiewErneut lassen Aussagen der ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko aufhorchen: Jüngst hatte sie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin „ungefilterten Faschismus“ vorgeworfen, nun sagt sie in einem Telefonat, dass sie gerne zu einer vollautomatischen Waffe greifen würde, um dem Anführer der Russen („Mistkerl“) in die Stirn zu schießen. Und weiter: „Ich werde die ganze Welt (gegen Russland) erheben, sobald ich es kann, damit – verdammt – von Russland nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt.“

Der Unterschied: Während ihr Hitler-Vergleich in der Zeitung gedruckt nachzulesen war, sollte die Morddrohung geheim bleiben. Doch nun ist ein Mitschnitt des Gesprächs von Mitte März, das Timoschenko mit Nestor Schufritsch, einem langjährigen Weggefährten von der prorussischen Partei der Regionen geführt hat, an die Öffentlichkeit gelangt. Mittlerweile lässt sich das Telefonat auf Youtube anhören – inzwischen auch schon mit deutschen Untertiteln.

Der Russland-Berichterstatter der Unions-Bundestagsfraktion, Karl-Georg Wellmann (CDU),  kritisierte die Todesdrohungen scharf. Zugleich äußerte Wellmann die Hoffnung, dass Timoschenko im Fall einer Präsidentschaftskandidatur die Wahl am 25. Mai nicht für sich entscheiden wird. „Die Ukraine braucht eine Staatsführung, die besonnen das Land in die europäische Normalität führt“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Gute Beziehungen zu allen Nachbarn seien wichtig. „Solche Formulierungen entsprechen nicht europäischen Standards und sind nicht geeignet, das Vertrauen in Richtung EU und Russlands aufzubauen.“

Die 53-jährige Timoschenko, die für viele noch ein Symbol der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 ist, lässt sich in dem Gespräch zu einer wahren Hasstirade hinreißen. Eine Serie von Flüchen gipfelt am Ende des Telefonats in der Aussage, dass die acht Millionen Russen, die auf dem Territorium der Ukraine leben, mit Atomwaffen zu erschießen seien.

Mittlerweile hat sich Timoschenko zu der Veröffentlichung geäußert. Die Echtheit des Gesprächs bezweifelt sie nicht, wohl aber die Passage mit den Atomwaffen. Via Twitter entschuldigte sie sich für die Flüche und beklagte, dass die Passage über den Umgang mit den in der Ukraine lebenden Russen eine Montage sei.

Zwei Monate vor der Präsidentenwahl in der Ukraine – bei der Timoschenko wohl kandidieren wird – schlossen Kritiker nicht aus, dass der zunächst von russischen Staatsmedien aufgegriffene Mitschnitt ein Teil von Timoschenkos Wahlkampagne ist. Damit wolle sich die 53-Jährige, der immer wieder enge Bande mit Putin vorgeworfen werden, als Nationalistin beweisen und im antirussisch geprägten Westen des Landes Stimmen sammeln.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Timoschenkos Tirade gegen Putin: „Dem Mistkerl in die Stirn schießen“"

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  • Wer von den "Kommentatoren" hat denn wirklich direkten Kontakt zur Ukraine? - wohl die allerwenigsten!!! - denn dann würde man wissen, dass die normale Bevölkerung das ganze bisherige System loswerden will - die Korruption, die unter dem Putin-Freund Janukowitsch ins uferlos stieg, die Oligarchen etc., die mit ihrem Geld gar keinen "armen" ehrlichen Politiker hochkommen lassen usw. Warum verschafft sich die EU nicht mehr Einfluss in der Ukraine, spricht mit der normalen Bevölkerung? Klar, mit dem lahmarschigen Bürokratenhaufen in Brüssel ist nicht viel zu holen! - und die neue Hurra-Errungenschaft für die Ukrainer gemäß Kommissarin V. Reding, nämlich EU-Fähnchen schwenken, dürfte wohl ein wenig zu dürftig sein!

  • Angelas feine Freundin . Jetzt wissen wir wie sie tickt !
    Nicht nur aus diesem Grund ist die Aufregung westlicher Politiker und Medien über das, was die Bürger der Krim »wollen«, nicht ganz verständlich. Die Kritik von Obama. Merkel und Co. richtet sich deshalb auch gegen Russland respektive Putin. Der Wille der Mehrheit der Krimbewohner wird dabei komplett unter den Teppich gekehrt. Noch bedenklicher ist es, dass sich der Westen völlig kritiklos einseitig auf die Seite der neuen, mehr oder weniger selbsternannten, Regierung in Kiew schlägt. wo man doch gerade erst mit deren Vorgängern Janukowitsch und Timotschenko reichlich negative Erfahrungen gesammelt hat.

  • also mir fallen unflätige worte ein
    wenn die in meine sinneswelt gerät
    aber es ist gut das nun jeder weis das sie durchaus agressiev also kein mandela ist und kann sich darauf einstellen
    (zitat von anderer stelle: ja sie ein hundsfot aber sie ist unser hundsfot)

    alles was östlich der wisła rang pöstchen und namen hat ist tötlich für unsere landesverteidiger
    deshalb handel mit dehnen ja,
    aber nur soviel, das jederzeit von woandersher der bedarf gedeckt werden kann
    erst dann wird die bevölkerung diese misthaken zum teufel jagen

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