„Tod den USA“, skandierten die Studenten
Unruhen in Afghanistan ziehen Kreise

Die anti-amerikanischen Proteste in Afghanistan haben sich am Donnerstag auf die Hauptstadt Kabul und das benachbarte Pakistan ausgeweitet. Während die erste Demonstration in Pakistan friedlich verlief, kam es in Afghanistan erneut zu schweren Ausschreitungen mit mindestens drei Toten. Zudem wurden die Büros von zwei internationalen Hilfsorganisationen verwüstet.

HB KABUL. Während sich in der Hauptstadt hunderte Studenten friedlich vor der Universität versammelten, lieferten sich Demonstranten im Osten des Landes nahe der Stadt Dschalalabad bewaffnete Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei kamen nach Angaben örtlicher Behörden zwei Demonstranten ums Leben. In der Provinz Wardak südwestlich von Kabul wurde ein weiterer Demonstrant dem afghanischen Innenministerium zufolge bei Ausschreitungen getötet. Erst am Mittwoch waren bei anti-amerikanischen Ausschreitungen in Dschalalabad vier Menschen ums Leben gekommen und etwa 70 andere verletzt worden.

Die Proteste, die am Dienstag in Dschalalabad begonnen hatten, richten sich gegen eine angebliche Entweihung des Korans durch Vernehmungsbeamte im Gefangenenlager Guantanamo, die das heilige Buch des Islam einem Magazinbericht zufolge auf Toiletten gelegt und in einem Fall runtergespült haben sollen.

„Tod den USA“, skandierten die Studenten in Kabul. Einige verbrannten während der rund zweistündigen Kundgebung eine US-Flagge. „Wir sind bereit, unsere Proteste in allen Universitäten in Afghanistan fortzusetzen“, sagte einer der Demonstranten. Die Polizei schritt bei der Veranstaltung nicht ein. In einem Ort südlich von Dschalalabad hatten sich Dorfbewohner teilweise bewaffnet und marschierten in Richtung Stadt. Als die Polizei die Gruppe stoppen wollte, warfen die Demonstranten mit Steinen. Örtlichen Behörden zufolge wurde geschossen.

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