Tod Gaddafis
Ein guter Tag für Barack Obama

Amerika reagiert erleichtert auf den Tod des libyschen Diktators Gaddafi. Vor allem Präsident Obama bekommt dringend benötigtes Lob, selbst von seinen Gegnern. Andere frohlocken nun über die Chancen für US-Firmen in dem ölreichen Land.
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WashingtonDonnerstagmittag, Afghanistans Hauptstadt Kabul. Hillary Clinton macht sich gerade für ein Fernsehinterview zurecht, als ihr ein Helfer ein Blackberry reicht. Sie blickt aufs Display, und sofort hellt sich ihr Blick auf. „Wow“, stößt die US-Außenministerin hervor. Als jemand nachfragt, was passiert sei, sagt sie nur: „Es gibt Berichte, Gaddafi sei gefasst worden“. Und ergänzt ungefragt: „Unbestätigte Berichte. Wir bekommen viele davon“.

Doch ihre offensichtlich gute Laune verrät, dass es diesmal wirklich stimmen könnte.

Diesen seltenen Einblick in die Reaktion eines Spitzenpolitikers auf eine Sensationsnachricht hielt eine TV-Kamera fest. Danach schwieg sie - und überließ ihrem Präsidenten das Wort. "Gaddafis Regime ist am Ende", sagte Obama am Nachmittag Ortszeit im Rosengarten des Weißen Hauses, dank des "couragierten libyschen Volkes". Jetzt gelte es, friedlich den langen Weg zur Demokratie zu gestalten. Der Präsident vergaß aber nicht zu erwähnen, wer den Rebellen geholfen hat: "Die USA und alliierte Mächte haben Gaddafi Truppen gestoppt".

Auch für Obama ist dieser Donnerstag ein besonderer Tag. Schließlich war er es, der die Nato-Mission zur Hilfe für die Rebellen unterstützte, mit Tomahawk-Raketen, Tankflugzeugen und Lazarettschiffen. Die Strategie hieß „Leading from behind“ – die USA überließen die Führung anderen: den Rebellen, dem UN-Sicherheitsrat und den Nato-Führungsmächten Frankreich und Großbritannien. Dafür gab es massive Kritik an Obama aus Kongress und Militär.

Doch die Strategie scheint sich ausgezahlt zu haben. Libyen ist von Gaddafi befreit. Kein US-Soldat kam bei dem siebenmonatigen Militäreinsatz ums Leben, und die Aktion kostete den amerikanischen Steuerzahler nur rund eine Milliarde Dollar. In der Hochphase des Irak-Krieges verbrauchte das Militär diese Summe an drei Tagen.    

Das musste am Donnerstag sogar John McCain der Regierung zugestehen, Obamas republikanischer Rivale bei den Wahlen 2008. „Der Präsident verdient Lob“, sagte der Senator, der erste US-Politiker, der sich offiziell zum Tod Gaddafis äußerte. Allerdings habe Obama viel zu spät gehandelt. „Wenn wir die Flugverbotszone früher eingerichtet hätten, wäre alles noch viel schneller gegangen“.  

Trotzdem dürften die Ereignisse vom Donnerstag das außenpolitische Profil des angeschlagenen Präsidenten stärken. Allein der Sturz des Diktators sei ein „riesiger Erfolg für Obamas Ansatz, Außenpolitik zu betreiben“, sagte David Mack, ehemaliger Vizeaußenminister für den Nahen Osten unter Bill Clinton. Nämlich einzusehen, dass die USA begrenzte Ressourcen habe und nicht überall sein könne, dennoch aber ihre Ziele erreiche, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg noch vor dem Tod Gaddafis.

Oder, wie es Verteidigungsminister Leon Panetta vor zwei Wochen bei einem Besuch in Italien ausdrückte: „Die Kritiker hatten nachgewiesenermaßen Unrecht“.

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  • Für jeden der es nicht wissen will, es ging nur ums Öl. Die Anzahl der Toten ist beträchtlich und Al Qaida hat profitiert (Plünderung von Waffenlagern). Der Frieden ist noch lange nicht eingekehrt.
    Es war richtig, nicht mitgemacht zu haben. An den Händen der Sieger klebt Blut.

  • .
    Früher wurden Sklaven mit Bluthunden gejagt.
    Heute lassen angeblich Sklaven mit Bluthunden jagen.

    Martin Luther King würde sich Grab umdrehen,
    wurde er heute sehen, für was sich seine Brüder heute her geben.
    .

  • Guten Abend,

    aber das muss man Obama lassen! Er ist es, der wirklich alte Rechnungen begleicht aber wirklich etwas in der Aussenpolitik bewirkt (wenn auch "unbeliebt" und es auch alte Re´s. sind. Herzlichen Glückwunsch nach Amerika, Mr. President from Berlin.

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