Tod von Al-Kaida-Chef
Bin Laden war nicht bewaffnet

Ein Kopfschuss tötete den Terror-Chef - doch nun gibt das Weiße Haus bekannt, Bin Laden sei beim Angriff der Spezialkräfte unbewaffnet gewesen. Das nährt eine Vermutung: Der Angriff war in Wahrheit eine gezielte Tötung.
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WashingtonOsama bin Laden war bei dem Angriff von US-Elitesoldaten in Pakistan unbewaffnet.

Bin Laden habe keine Waffe bei sich gehabt, sagte der Pressesprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Dienstag. Auch ohne eine Schusswaffe könne jedoch Widerstand geleistet werden, betonte er.

Das Weiße Haus hat am Dienstag in einer von Jay Carney verlesenen Erklärung frühere Angaben zum Angriff auf Osama bin Laden korrigiert. Die Operation verlief demzufolge in den Hauptpunkten wie folgt: „Auf Anordnung des Präsidenten griff ein kleines US-Team ein befestigtes Anwesen in einem reichen Vorort von Islamabad an, um Osama bin Laden gefangen zu nehmen oder zu töten."

Das Team habe das Anwesen in einer 40-minütigen Operation systematisch von Raum zu Raum gesichert. Während der gesamten Operation hätte das Team mit Feuergefechten zu tun, und Osama bin Laden sei von den Angriffskräften getötet worden. Neben der Bin-Laden-Familie sollen zwei weitere Familien auf dem Anwesen wohnen, eine Familie im Erdgeschoss des Bin-Laden-Wohnhauses und eine Familie in einem zweiten Gebäude.

"Ein Team begann die Operation im Erdgeschoss des Bin-Laden-Hauses und arbeitete sich hinauf in den zweiten Stock. Ein zweites Team sicherte das zweite Gebäude. Im Erdgeschoss des Bin-Laden-Hauses wurden zwei Al-Kaida-Kuriere und eine Frau getötet, die ins Kreuzfeuer geriet. Bin Laden und seine Familie wurden im ersten und zweiten Stock des Gebäudes gefunden. Es gab die Besorgnis, dass er sich der Gefangennahme widersetzen würde, und tatsächlich, er widersetzte sich. Im Raum mit Bin Laden rammte eine Frau, Bin Ladens Ehefrau, den US-Angreifer und wurde ins Bein geschossen, aber nicht getötet. Dann wurde Bin Laden beschossen und getötet. Er war nicht bewaffnet“, so der Sprecher des Weißen Hauses.

Am Montag hatte es zunächst geheißen, die US-Spezialkräfte hätten bin Laden lebend gefangen genommen, wenn es dazu eine Möglichkeit gegeben hätte. Da der Al-Kaida-Chef jedoch gekämpft habe, sei er getötet worden.    Der Terroristenchef wurde nach amerikanischen und pakistanischen Angaben in der Nacht nach einem Hubschrauberangriff auf sein Anwesen durch einen Kopfschuss getötet.

Spezialkräfte der USA hatten Bin Laden nach Obamas Worten in Pakistan ausfindig gemacht und getötet. Bin Laden sei bei Abbottabad gestellt worden, nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Das Team habe den Angriff ausgeführt und sich der sterblichen Überreste bin Ladens bemächtigt, teilte US-Präsident Obama am Montag mit.

In der US-Regierung wird weiter diskutiert, ob und wenn ja, welche Fotos von dem getöteten bin Laden veröffentlicht werden sollen. Regierundssprecher Carney erklärte, das Bild sei „schauerlich“ und könnte wie Zündstoff wirken. Aber CIA-Direktor Leon Panetta erklärte, er sich sicher, dass schließlich doch ein Foto veröffentlicht werde. Die Entscheidung, ihn zu töten sei in Bruchteilen von Sekunden gefallen, nachdem er drohende Bewegungen gemacht habe. Deshalb sei geschossen worden. Dazu seien die Soldaten auch ermächtigt worden, sagte Panetta. Bei dem Einsatz der Kommandoeinheit wurden fünf Menschen getötet: neben bin Laden noch einer seiner Söhne, sein Kurier Abu Ahmed al Kuwaiti und dessen Frau und Bruder. Durch al Kuwaiti kam die CIA auch auf die Spur bin Ladens.

Noch etwas spricht dafür, dass das Spezialkommando Bin Laden gar nicht lebend festnehmen wollte: Der Leichnam des getöteten Al-Kaida-Führers wurde direkt im Anschluss an die Kommado-Aktion auf See bestattet. Die US-Regierung habe so schnell kein Land finden können, das die Leiche des Terroristenführers aufnehmen wolle. Zudem habe man verhindern wollen, dass Terroristen zum Grab des Al-Kaida-Chefs pilgern, teilte ein Sprecher mit. Durch die schnelle Bestattung kann nun aber die Identität des Terroristenführers nicht im Nachhinein überprüft werden - ebenso wie die Umstände seines Todes.

Um alle Zweifel am Tod des Topterroristen auszuräumen, berate das Weiße Haus noch darüber, ob ein Foto des getöteten bin Laden veröffentlicht werden solle, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Das Bild sei „schauerlich“ und könnte wie Zündstoff wirken.    

Der Anti-Terror-Chef im Weißen Haus, John Brennan, erklärte, es werde untersucht, ob bin Laden in Pakistan Unterstützung erhalten habe. Das Haus in Abbottabad, in dem der Al-Kaida-Chef lebte, lag nur 1,6 Kilometer von der pakistanischen Militärakademie entfernt.   

Über den Einsatz des Spezialkommandos sei Pakistan nicht vorab informiert gewesen, erklärte CIA-Chef Leon Panetta in einem Interview mit dem Magazin „Time“. „Man hat entschieden, dass alle Versuche einer Zusammenarbeit mit den Pakistanern die Mission gefährden könnten.“ Die USA hätten befürchtet, dass „sie die Ziele alarmieren könnten“.  

Pakistans Präsident Asif Ali Zardari versicherte hingegen, eine „ein Jahrzehnt andauernde Kooperation und Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Pakistan“ habe zur Tötung des Terroristen-Chefs geführt. Die Kommandoaktion sei allerdings „keine gemeinsame Operation“ amerikanischer und pakistanischer Sicherheitskräfte gewesen, schrieb er in einem Beitrag in der „Washington Post“.

Zugleich gab Zardari zu, Bin Laden sei an einem Ort gefunden worden, wo man ihn nicht vermutet habe. Sicherheitsexperten bezweifeln, dass sich Bin Laden in Pakistan ohne Wissen von Geheimdiensten und anderen Behörden des Landes aufhalten konnte.  Ein US-Spezialkommando hatte ihn in der Nacht zum Montag in einem stattlichen Anwesen in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad erschossen, in dem er - wie ein hochrangiger Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama am Dienstag sagte - „5 bis 6 Jahre“ unbehelligt gelebt hatte.  

„Die pakistanische Regierung wusste immer, dass er da ist, aber wollte das vertuschen“, sagte Afghanistans Ex-Handelsminister Mohammad Amin Farhang dem Deutschlandfunk. Sein hochgesichertes Versteck im ruhigen Abbottabad beweise, dass Pakistan Top-Terroristen Unterschlupf gewähre.

Die Taliban äußerten am Dienstag Zweifel am Tod bin Ladens. Die Nachricht vom Tod des Terroristenchefs „kommt bisher nur von einer Seite“, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid. Die radikalislamische Organisation werde die Berichte erst dann glauben, wenn sie einen Beweis gesehen habe oder eine Bestätigung aus eigenen Quellen erhalte.

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  • Und ich möchte nicht wissen, wie weit die Türkei drohen und intervenieren mußte, damit ihr euch überhaupt dazu durchringen konntet.

    Letztendlich hättet ihr euch das ersparen können.

  • Viel zu spät, halbherzig und mit mehr als zweifelhaftem Willen.

    Wenns um eigene Interessen geht (siehe Libyen), braucht es keiner Tage. Wenn es aber um die Verhinderung eines Völkermordes ging, dauerte es 5 Jahre. Teilweise habt ihr sogar den Handlanger gespielt. Ihr seid mehr als durchschaut, und das wird nicht ohne Konsequenzen bleiben. Für den Rest meines Lebens.

  • Eben, deswegen muss man die Terorristen, die in Irak und Afghanistan durch Selbstmordanschläge diese von Ihnen genannte Zivilisten umbrachten, bekämpfen. Wer das nicht tut, und noch dagegen provoziert und kritisiert ist mitschuldig!!! Ein blindes Nachlaufen linken Demagogen befreit nicht, es belastet, schwer!!

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