Tod von Jassir Arafat: Palästinenserführer offenbar nicht mit Polonium vergiftet

Tod von Jassir Arafat
Palästinenserführer offenbar nicht mit Polonium vergiftet

Französische Experten haben erneut eine Vergiftung des früheren Palästinenserführers Jassir Arafat ausgeschlossen. Die nachgewiesenen Spuren des radioaktiven Stoffes Polonium seien „natürlichen Ursprungs“.
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NanterreIn der juristischen Aufarbeitung des Todes von Palästinenserführer Jassir Arafat schließt auch die französische Staatsanwaltschaft eine Vergiftung aus. Die in Proben aus Arafats Grab nachgewiesenen Spuren radioaktiven Poloniums seien nach Einschätzung von Experten „natürlichen Ursprungs“, sagte die Staatsanwältin von Nanterre westlich von Paris, Catherine Denis, am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Arafats Witwe Suha hatte im Jahr 2012 in Frankreich Anzeige gegen Unbekannt wegen Mordes erstattet. Nach der Öffnung seiner Grabstätte veröffentlichte Ergebnisse zog sie in Zweifel.

Arafat war am 11. November 2004 in einem Militärkrankenhaus bei Paris im Alter von 75 Jahren gestorben. Da seine Witwe damals eine Obduktion ablehnte, blieb die Todesursache zunächst unklar. Im Zuge der Ermittlungen der französischen Justiz wurde Arafat im November 2012 exhumiert und drei Expertenteams in der Schweiz, Frankreich und Russland mit strikt getrennten Untersuchungen der 60 entnommenen Gewebeproben betraut.

Nach den französischen Experten kamen Ende 2013 auch russische Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Arafat eines natürlichen Todes gestorben sei. Zuvor hatten allerdings Schweizer Toxikologen eine Vergiftung mit Polonium nicht ausgeschlossen. Sie gaben an, eine erhebliche Konzentration des hochgiftigen Stoffs nachgewiesen zu haben.

Viele Palästinenser verdächtigen Israel, Arafat vergiftet zu haben, was Israel vehement zurückweist. Der radioaktive Stoff Polonium, der auch in geringer Dosis tödlich wirkt, war im Jahr 2006 verwendet worden, um den früheren russischen Spion Alexander Litvinenko in London zu ermorden.




afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Polonium ist ein Zerfallsprodukt des Urans und kommt demzufolge in der Natur als natürliches Element und radioaktives Isotop vor.

    Tabakpflanzen haben die Eigenart Polonium anzureichern. Ein starker Raucher ist durch die Zigaretten einer höheren radioaktiven Exposition ausgesetzt als ein Bewohner der Region um Tschernobyl, oder gar der Region Fukushima die etwa so radioaktiv ist wie der Schwarzwald (Atompanik Fukushima). Bevor jemand zu erfrischenden Schlüssen kommt, der negative Gesundheitseffekt des Tabakkonsums ist nur in geringem Masse der Radioaktivität geschuldet, bzw. es wird vermutet dass ein Zusammenwirken von Radioaktivität und toxischer Substanzen möglich ist.

    Arafat hat als Raucher daher Polonium signifikant in seinem Körper angereichert. Da diese Anreicherung auch abhängig vom Anbaugebiet ist dürfte ein Nachweis einer Vergiftung kaum führbar sein.

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