Todesstrafe
Hinrichtungen in USA auf niedrigstem Stand seit 25 Jahren

Viele US-Amerikaner befürworten die Todesstrafe, so auch der künftige Präsident Trump. Allerdings sinkt die Zustimmung in der Bevölkerung. Die Zahl der Hinrichtungen ist auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gefallen.
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AustinDie Zahl der Hinrichtungen in den USA ist 2016 weiter gefallen und hat den tiefsten Stand seit 25 Jahren erreicht. Nach dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht des Death Penalty Information Center wurden 20 Todesurteile vollstreckt, acht weniger als 2015. Die Zahl der neuen Urteile dürfte bis Ende Dezember 30 erreichen. Das ist ein Rückgang von 39 Prozent im Vergleich zu 2015 und von mehr als 90 Prozent im Vergleich zum Höchststand von 315 im Jahr 1996. Die Nichtregierungsorganisation verwies zudem auf die rückläufige Unterstützung für die Todesstrafe in der Bevölkerung.

In den USA entscheiden die einzelnen Bundesstaaten über eine Anwendung der Todesstrafe. So schaffte Michigan sie bereits im Jahr 1847 ab, während Georgia und Texas im vergangenen Jahr zusammen für 80 Prozent der Vollstreckungen verantwortlich waren. Das Informationszentrum sprach in seinem Bericht von einer „geografischen Isolierung“ der Todesstrafe, obwohl sie formell noch in 31 der 50 Staaten sowie auf Bundesebene zugelassen sei. Tatsächlich seien 2016 nur in fünf Staaten Hinrichtungen vollzogen worden.

Als Gründe für den Rückgang gelten unter anderem die hohen Kosten entsprechender Gerichtsverfahren. Zudem fällt es den Bundesstaaten wegen eines europäischen Boykotts schwer, an Chemikalien für die Todesspritze zu gelangen. Im Mai hatte auch der US-Pharmakonzern Pfizer die Verwendung seiner Produkte für Hinrichtungen blockiert.

Auch in der Bevölkerung sinkt die Zustimmung zur Todesstrafe. Einer Umfrage des Pew Research Center zufolge befürworten 49 Prozent der Amerikaner die Todesstrafe, sieben Prozentpunkte weniger als 2015. Die Zustimmungsquote fiel damit zum ersten Mal seit 45 Jahren unter die Marke von 50 Prozent. Auch in Georgia verhängten die Geschworenen im vergangenen Jahr wie schon 2015 keine Todesstrafen mehr, in Texas waren es nur noch vier.

Der neu gewählte Präsident Donald Trump ist ein Befürworter der Todesstrafe. Einen direkten Einfluss auf die Rechtssysteme der einzelnen Bundesstaaten hat das US-Staatsoberhaupt zwar nicht. Sollten allerdings wie erwartet Richterposten am Obersten Gericht der USA während Trumps Amtszeit frei werden, könnte er durch die Neubesetzung das juristische Umfeld beeinflussen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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