Todesstrafe in Indonesien
Erschießungskommando exekutiert verurteilte Drogenschmuggler

Trotz weltweiter Proteste hat sich Indonesien nicht erbarmen lassen. Ein Erschießungskommando hat sieben verurteilte Drogenschmuggler hingerichtet. Eine ebenfalls inhaftierte Frau wurde in letzter Sekunde verschont.
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JakartaSieben von neun wegen Drogenverbrechen zum Tode verurteilte Häftlinge in Indonesien sind am Mittwoch hingerichtet worden. Unter den Getöteten waren auch die beiden Australier Myuran Sukumaran und Andrew Chan, um die die Regierung in Canberra bis zuletzt auf höchster diplomatischer Ebene gekämpft hatte. Generalstaatsanwalt Muhammad Prasetyo sagte auf einer Pressekonferenz, die Exekutionen seien in der Nacht zum Mittwoch von einem 13 Mitglieder starken Erschießungskommando ausgeführt worden.

Die Hinrichtung einer Philippinerin wurde als einzige verschoben, wie der indonesische Generalstaatsanwalt Muhammad Prasetyo am Mittwoch mitteilte. Auch das Schicksal eines Franzosen ist noch ungewiss.

Australiens Premierminister Tony Abbott gab bekannt, dass sein Land als Reaktion auf die noch nicht offiziell bestätigten Hinrichtungen seinen Botschafter aus der indonesischen Hauptstadt Jakarta abziehen werde. „Diese Exekutionen sind sowohl grausam als auch unnötig“, sagte Abbott vor Reportern. „Grausam deshalb, weil Andrew Chan und Myuran Sukumaran etwa ein Jahrzehnt im Gefängnis verbracht haben, bevor sie hingerichtet wurden und unnötig, weil sich diese beiden jungen Australier vollständig in Haft rehabilitiert haben.“

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff teilte mit, die mittlerweile zweite Hinrichtung eines brasilianischen Staatsbürgers in Indonesien in diesem Jahr „markiert einen ernsthaften Vorfall in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern“. In Indonesien sitzen im Moment 125 Menschen im Todestrakt. 49 davon wurden wegen Drogenverbrechen zum Tode verurteilt. Präsident Joko Widodo hatte gelobt, bei Drogenkriminellen keine Gnade walten zu lassen.

Eine ebenfalls zum Tod verurteilte Philippinerin erhielt im letzten Moment einen Aufschub, wie der Sender MetroTV und die Zeitung „Jakarta Post“ berichteten. Die Vollstreckung des Todesurteils gegen Mary Jane Veloso wurde demnach in letzter Minute ausgesetzt, nachdem sich ein Verdächtiger, der sie ohne ihr Wissen als Drogenkurierin missbraucht haben soll, den Behörden gestellt habe. Der philippinische Staatschef Benigno Aquino ließ erklären, sein Land sei Indonesien dankbar. „Wunder werden wahr“, sagte Velosos Mutter Celia einem philippinischen Radiosender. Die beiden Söhne ihrer Tochter seien wach und riefen: „Ja, ja, Mama wird leben.“

Die Hinrichtung des ebenfalls wegen Drogenhandels verurteilten Franzosen Serge Atlaoui wurde nach Protesten der französischen Regierung zunächst zurückgestellt. Nach der Hinrichtung der anderen Ausländer erklärte das Außenministerium in Paris, Frankreich stelle sich weiter gegen die Todesstrafe „in allen Fällen und unter allen Umständen“. Atlaouis Lage bleibe „sehr besorgniserregend“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Todesstrafe in Indonesien: Erschießungskommando exekutiert verurteilte Drogenschmuggler"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Wertegemeinschaft"
    Genau so nennt sich Tod und Zerstörung neuerdings.

  • NUMMERISCH gesehen.....,

    sind die paar Executionen im US Terrorstaat nichts gegen die vielen "stillen" Executionen und s.g. "Kollateralschäden an Menschen" die dieser Führer der westlichen "Wertegemeinschaft" in der ganzen Welt tagtäglich verursacht!

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