Todesursache wird untersucht
Massengrab ermordeter Kurden entdeckt

Rechtmediziner untersuchen im Irak ein Massengrab, in dem mehr als 1500 Leichen gefunden wurden. Ihre Erkenntnisse sollen die Anklage gegen den früheren Staatschef Saddam Hussein stützen.

HB BERLIN. Im Süden des Iraks haben US-Ermittler ein Massengrab mit mindestens 1500 von Soldaten des früheren Machthabers Saddam Hussein ermordeten Kurden gefunden. Das Grab nahe der der irakischen Stadt Samawa am Euphrat wird von internationalen Rechtsmedizinern untersucht.

Bei den Toten handelt es sich ersten Erkenntnissen zufolge überwiegend um Kurden, die 1987 und 1988 vom Regime des damaligen Staatschefs Saddam Hussein getötet wurden. „Das waren keine Kämpfer. Das waren Frauen und Kinder», erklärte dazu der US-Regierungsbeamte Gregg Nivala.

Anhand der ersten 100 exhumierten Leichen wollen die Mediziner die Todesursache, die Identität der Opfer und ihre Herkunft ermitteln. Ausweispapiere, die bei etwa 15 Prozent der Toten gefunden wurden, deuten auf kurdische Dörfer im Norden des Landes, sagte Nivala. Auch die Kleidung der Toten lasse auf Kurden schließen. 63 Prozent der Getöteten seien Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Die Erkenntnisse der Ermittler sollen in den Prozess gegen Saddam Hussein und den als «Chemie-Ali» bekannten irakischen General Ali Hassan al Madschid verwendet werden.

Während der so genannten Anfal-Kampagne waren Ende der 80er Jahre hunderttausende Kurden im Nordirak getötet oder vertrieben worden. Zu der Offensive zählte auch das Giftgasmassaker 1988 in der kurdischen Stadt Halabdscha. Viele der Opfer wurden in der Mitte und im Süden des Iraks begraben.

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