Todesurteil
Neun Uiguren in China hingerichtet

Nach den schweren Unruhen in Nordwestchina vor rund vier Monaten wurden jetzt neun uigurische Demonstranten hingerichtet. Das Oberste Gericht des Landes hat die Urteilsspüche bestätigt, bevor die Erschießungen stattfanden. Menschenrechtsorganisationen übten scharfe Kritk am Vorgehen der Chinesen.
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HB PEKING. Vier Monate nach den blutigen Unruhen in Nordwestchina sind neun uigurische Teilnehmer hingerichtet worden. Die Todesurteile seien nacheinander vollstreckt worden, nachdem das Oberste Gericht in Peking sie bestätigt habe, berichtete am Montag die chinesische Nachrichtenagentur China News Service. Details wurden nicht genannt. Die Nachricht über die Hinrichtungen tauchte erst im letzten Teil eines längeren Berichts über laufende Prozesse aus Ürümqi, der Hauptstadt von Xinjiang, auf.

Die Todesurteile gegen Teilnehmer an den schweren Unruhen im Juli mit rund 200 Toten waren meist wegen Mordes, Brandstiftung und anderer Verbrechen verhängt worden. Die in München ansässige Exilorganisation der muslimischen Minderheit, der Weltkongress der Uiguren, verurteilte die Todesurteile. Die Prozesse hätten nicht internationalen Standards entsprochen, hieß es in einer Erklärung.

Die schweren Ausschreitungen hatten sich in Ürümqi entzündet, als Uiguren auf die Straße gegangen waren und von der Regierung die Aufklärung des Todes von zwei uigurischen Arbeitern gefordert hatten, die in Südchina von einem Mob von hunderten Menschen angegriffen worden waren. Es kam bei den Protesten zu Angriffen von Uiguren auf Chinesen und zu folgenden Racheakten.

Zwischen beiden Volksgruppen herrschen schon länger Spannungen. Das vornehmlich im Nordwesten lebende Turkvolk fühlt sich von den Chinesen politisch, kulturell und wirtschaftlich unterdrückt. Nach der Gründung der Volksrepublik 1949 hatten sich die Kommunisten die Region einverleibt, die vorher als Ostturkestanische Republik zumindest kurze Zeit unabhängig war. Chinas Führung fürchtet heute weiter Separatismus in der Region.

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