Todesurteile bleiben in Kraft
Nervenkrieg um Bulgarinnen in Libyen geht weiter

Fünf bulgarische Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt droht in Libyen seit Jahren die Hinrichtung, weil sie angeblich Kinder mit dem Aids-Virus HIV infiziert haben sollen. Ihre Berufungsanträge bleiben in der Schwebe: Das Oberste Gericht verschob die Urteilsverkündung abermals.

HB TRIPOLIS. Die Richter gaben am Dienstag bekannt, es werde sein Urteil erst am 31. Januar verkünden. Die Bulgarinnen und der Arzt waren zum Tod durch Erschießen verurteilt worden; sie befinden sich seit Ende der 90-er Jahre in Haft. Die Regierung in Sofia, die EU und die USA haben zu Gunsten der fünf Verurteilten interveniert.

Im Prozess vor einem Gericht in Bengasi hatte der Staatsanwalt behauptet, die Frauen hätten die Kinder für ein Experiment absichtlich infiziert. Rund 50 der insgesamt 426 Kinder sollen mittlerweile gestorben sein.

Vor dem Gericht in Tripolis kam es am Dienstag zu einer Prügelei zwischen der Polizei und Angehörigen der Kinder. Der Prozess vor dem Obersten Gericht war schon mehrfach verschoben worden. Internationale Experten hatten schlechte Hygieneverhältnisse in dem Krankenhaus in Bengasi als Ursache für die HIV-Infektionen vermutet.

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