Tödliche Anschläge auf Konsulat
US-Soldaten fassen möglichen Bengasi-Attentäter

Das US-Militär will die „Schlüsselfigur“ der Anschläge auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi in ihre Gewalt gebracht haben. Die Anschläge, bei dem auch der US-Botschafter starb, sorgen weiter für Zündstoff.
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WashingtonKnapp zwei Jahre nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi ist den Vereinigten Staaten der erste große Fahndungserfolg gelungen. Eine US-Spezialeinheit fasste bei einer Kommandoaktion in Libyen am Wochenende einen mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags, wie das Pentagon am Dienstag mitteilte. Dem Verdächtigen Ahmed Abu Chatallah soll nun vor einem Bundesgericht in Washington der Prozess gemacht werden.

Chatallah sei eine „Schlüsselfigur“ des Angriffs und werde „an einem sicheren Ort außerhalb von Libyen“ festgehalten, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. Alle an dem Einsatz am Sonntag beteiligten US-Soldaten und Vertreter der US-Justizbehörden hätten das nordafrikanische Land unversehrt wieder verlassen. Auch zivile Opfer habe es nicht gegeben.

„Verwegene Aktion“

Bei dem Angriff radikaler Islamisten auf das Konsulat in Bengasi am 11. September 2012 waren der US-Botschafter Chris Stevens und drei US-Wachleute getötet worden. Die erste Festnahme eines mutmaßlichen Haupttäters ist ein großer politischer Erfolg für Präsident Barack Obama, den die oppositionellen Republikaner bis heute wegen des Krisenmanagements seiner Regierung scharf kritisieren.

„Die Vereinigten Staaten haben den unerschütterlichen Willen, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die Amerikanern Schaden zufügen“, erklärte Obama. Chatallah werde nun „das volle Gewicht des amerikanischen Justizsystems“ zu spüren bekommen. Außenminister John Kerry ergänzte: „Diese verwegene Aktion des hervorragenden US-Militärs ist eine deutliche Mahnung an alle, die uns zu schaden wagen, dass sie nicht straflos davonkommen.“

Medienberichten zufolge hatte die US-Justiz vergangenes Jahr im Zusammenhang mit der Bengasi-Attacke Anklage gegen Chatallah und weitere Verdächtige erhoben. Der am Dienstag veröffentlichten Anklageschrift zufolge wird Chatallah Mord, Unterstützung des Terrorismus und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.

Der mutmaßliche Drahtzieher soll demnach selbst an dem Sturm auf das Konsulat teilgenommen haben. Laut „Washington Post“ könnte ihm bei einer Verurteilung lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe drohen.

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