Tödliche Gefechte in der Ostukraine
USA verärgert über erneuten Truppenaufbau Russlands

Die Kämpfe in der Ostukraine gehen weiter, die Opferzahl steigt. In 24 Stunden wurden elf Soldaten getötet, zum Teil bei Angriffen aus dem Hinterhalt. Laut den USA hat Russland zudem erneut seine Truppen verstärkt.
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KiewIm Osten der Ukraine ist es erneut zu heftigen Gefechten zwischen Soldaten und prorussischen Aufständischen gekommen. Binnen 24 Stunden seien elf Soldaten getötet worden, teilte die Armee am Mittwoch mit. Damit erhöht sich die Zahl der seit Beginn der Regierungsoffensive im April getöteten Soldaten auf fast 270. Auch Hunderte Zivilisten und Aufständische kamen bei den Kämpfen ums Leben.

Bei Iswarino an der russischen Grenze seien Soldaten aus einem Hinterhalt angegriffen worden, sagte der Sprecher weiter. Im Grenzort Stepaniwka hätten Rebellen versucht, die Umzingelung durch die Streitkräfte zu durchbrechen. Die Soldaten seien mit Panzer- und Granatfeuer angegriffen worden. In der früheren Rebellenhochburg Slawjansk seien die Leichen Hunderter Aufständischer entdeckt worden. Einige der Gräber seien vermint.

Bemühungen der aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit zusammengesetzten Kontaktgruppe um einen Neustart von Friedensgesprächen waren am Vorabend gescheitert. Eine geplante Videoschaltung mit den Separatisten kam nicht zustande.

Unterdessen soll Russland nach Angaben der US-Regierung wieder mehr Truppen an der ukrainischen Grenze zusammengezogen haben. Mittlerweile seien nach Einschätzung Washingtons bis zu 12 000 Soldaten im Grenzgebiet, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Steve Warren, am Mittwoch.

Die Zahl der an der Grenze stationierten russischen Truppen hatte seit Beginn der Ukraine-Krise deutlich variiert. Bald nach Beginn der Kämpfe in der Ostukraine war noch von bis zu 40 000 russischen Soldaten die Rede gewesen. Ihre Zahl sank aber nach großem internationalen Druck auf rund 1000. Am 30. Juni berichtete der US-Nato-Kommandeur in Europa, Philip Breedlove, dass wieder sieben russische Bataillons und mehrere Spezialeinheiten an der Grenze seien, insgesamt rund 8000 Mann.

Die Ukraine und westliche Staaten werfen Russland, vor die Aufständischen in der Ostukraine militärisch zu unterstützen. Die Regierung in Moskau streitet das ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Vom 2.Weltkrieg an waren die amerikanischen Kriegstreiber an jedem Krieg direkt oder indirekt beteiligt.Sie,die USA sind das Krebsgeschwür der heutigen Zeit und nur wenn man dieses Krebsgeschwür ausmerzt wird die Welt gesunden!

  • Wollen die USA einen NATO-Krieg mit Russland?

    Trotz WM-Euphorie ist die Gefahr eines 3. Weltkrieges größer denn je. In Zeiten immenser Staatsverschuldung und leerer Staatskassen wurden in der Vergangenheit immer große Kriege geführt, angepasst an den Grad der Gier ihrer Initiatoren.

    Die USA sind im freien Fall und dabei ihre Weltherrschaft an China & Russland abzutreten.
    Unter diesem Gesichtspunkt sind unter anderen der Syrien- und der Ukrainekonflikt zu sehen.

    Die USA agieren seit Jahrzehnten nach dem Motto: „Unser Dollar, aber euer Problem!“, indem sie nach dem durch die private FED inszenierten „fiat money“-System wertvolle Rohstoffe gegen „wertlose“ Dollar tauschen.

    Mit ihrer privaten Weltwährung Dollar musste jedes Land der Welt im internationalen Zahlungsverkehr sich Rohstoffe bezahlen lassen und die private FED konnte dafür ohne Ende bunte Papierdollar drucken.

    Gegen die Länder, die in der Vergangenheit nicht an diesem Spiel teilhaben wollten, sondern ihre Rohstoffe für andere Währungen weggaben, wurde ein Krieg inszeniert (Irak, Afghanistan, etc.)

    In der Tat besteht derzeit eine Gefahr, dass ein 3. Weltkrieg sich an den aktuellen Konflikten entzünden könnte. In der Jelzin-Ära sind die Amis in Russland schon fast am Ziel gewesen, da sie über Beteiligungen an den Schlüsselindustrien wie Öl und Gas, aber auch den Medien, schon einen großen Profit aus dem Land gezogen hatten.

    Das änderte sich als Putin an die Macht kam.
    Er bekämpfte mit nationaler Wirtschaftspolitik und Antispekulationsmaßnahmen das alte System und re-verstaatlichte bedeutende Vorkommen an Bodenschätzen und sicherte dem russischen Staat Mehrheitsbeteiligungen an der Energiewirtschaft und anderen Schlüsselindustrien.

    Aus diesem Grund ist Putin den USA ein Dorn im Auge und wird deswegen in den Medien verteufelt.
    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/19125-10000-auf-mahnwache-berlin-#14055995469512&if_height=9665

  • Sicher waren die Russen ebenfalls verärgert, als von Kiew Granaten auf Russisches Gebiet geworfen wurden. Das Russland seine Truppen nicht abzieht, wenn Kiew an der Russischen Grenze immer weiter provoziert, kann eigentlich niemanden verwundern und nur einen Aggressor verärgern. Ich frage mich was die USA als sogenannte Weltpolizei bisher zur Deeskalation in der Ukraine beigetragen hat, ausser das Ukrainische Militär aufzurüsten, den Führungsstab durch den CIA zu übernehmen und Söldner in das Land zu schicken. Die USA sind wirklich die allerletzten die sich über irgend ein Land im Zusammenhang mit militärischen Aktionen beklagen darf. Mit über 700 Stützpunkten weltweit wäre es wünschenswert, wenn die USA ihre Truppen wie Russland im eigenen Land an ihrer Grenze behalten.

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