Tödlicher Anschlag auf Benazir Bhutto
„Sie ist den Märtyrertod gestorben“

Der Mordanschlag auf Benazir Bhutto hat Pakistan elf Tage vor der Parlamentswahl in eine tiefe Krise gestürzt. Die frühere pakistanische Ministerpräsidentin wurde bei einer Wahlkampfkundgebung in Rawalpindi getötet. Das Attentat löste weltweites Entsetzen und große Sorge über die Lage in dem südasiatischen Staat aus.

HB RAWALPINDI / LONDON / PARIS / WASHINGTON. Bhuttos Anwalt Babar Awan bezeichnete die charismatische Vorsitzende der Pakistanischen Volkspartei (PPP) als „Märtyrerin“. „Sie ist den Märtyrertod gestorben“, sagte auch ein PPP-Sprecher. Der Oppositionspolitiker Nawaz Sharif, auch er ein früherer Regierungschef Pakistans und politischer Gegner Bhuttos, eilte unmittelbar nach dem Anschlag ins Krankenhaus und setzte sich schweigend neben Bhuttos Leiche. Der Vorsitzende der Pakistanischen Muslimliga (PML) sagte den Anhängern der PPP: „Benazir Bhutto war auch meine Schwester, und ich werde ihren Tod mit euch rächen.“

Nach der Bluttat denke jetzt niemand mehr an die Wahl, sagte Sharif dem britischen Rundfunksender BBC. Sharif bezeichnete den Tod der pakistanischen Oppositionsführerin als „Tragödie für die gesamte Nation“. „Das ist eine sehr ernste Situation für das Land“, sagte er. Die Regierung hätte mehr für Bhuttos Schutz tun müssen. Niemand sollte irgendeinen Gewinn aus dem Geschehen ziehen. „Das ist eine Tragödie für ihre Partei und für unsere Partei."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den tödlichen Anschlag auf Bhutto aufs Schärfste verurteilt. Die Kanzlerin nahm die Nachricht von dem Attentat mit Erschütterung und Abscheu zur Kenntnis, wie ein Sprecher mitteilte. Sie habe den Verletzten, der Familie Bhuttos und den Angehörigen der anderen Opfer ihr tiefes Mitgefühl ausgesprochen.

Der feige terroristische Anschlag zwei Wochen vor den wichtigen Parlamentswahlen zielt nach den Worten Merkels auch auf die Stabilität und den demokratischen Prozess Pakistans. Der Vorgang unterstreiche die Notwendigkeit, den Kampf gegen den Terrorismus fortzusetzen und denjenigen beizustehen, die unter seinen Folgen zu leiden hätten. Die Bundeskanzlerin appellierte an alle politischen Kräfte in Pakistan, in der gegenwärtigen Lage Ruhe zu bewahren und ihrer Verantwortung für Sicherheit und Demokratie gerecht zu

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