Tommaso Padoa-Schioppa
Überzeugter Verfechter Europas ist tot

Der ehemalige italienische Finanzminister und frühere Top-Banker der Europäischen Zentralbank (EZB), Tommaso Padoa-Schioppa, ist gestorben. Mit seinem Tod verliert Europa einen seiner überzeugtesten Verfechter, er gehörte zu den Vätern des Euros.
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MAILAND/FRANKFURT. Der 70-jährige Bankier und Volkswirt Tommaso Padoa-Schioppa hatte am Samstag mit Freunden in Rom gefeiert, als er sich plötzlich unwohl fühlte und dann einem Herzstillstand erlag.

Das EZB-Ratsmitglied Lorenzo Bini Smaghi erinnerte sich in der Zeitung „Corriere della Sera“ an den Mann, der den Euro als Schritt in Richtung eines integrierten Europas geschaffen hat. „Er war ein Idealist, aber auch ein sehr konkreter Mann“, sagt Bini Smaghi. „TPS“, wie Vertraute ihn nannten, galt als ausgesprochen kluger, respektvoller und anregender Gesprächspartner, der mit zunehmendem Alter immer liebenswerter wurde, ohne fachlich an Biss einzubüßen. Vielleicht lag dies auch daran, dass er zuletzt nicht mehr in die Zwänge einer Organisation eingebunden war.

Von 1997 bis 1998 leitete Padoa-Schioppa Italiens Börsenaufsicht Consob, von Juni 1998 bis Mai 2005 war er Direktoriumsmitglied der EZB. Deren Präsident Jean-Claude Trichet nannte ihn gestern eine „starke Stimme“ rund um die europäische Währung. 2006 holte Romano Prodi den Mann aus Belluno in Venetien als Wirtschafts- und Finanzminister in die Regierung. Zwei Jahre hatte er das Amt inne.

Padoa-Schioppa war regelmäßiger Kommentator des Handelsblatts. Zuletzt beriet er unter anderem die griechische Regierung, erst in dieser Woche wurde er zum Verwaltungsratsmitglied von Fiat Industrial ernannt.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
Marietta Kurm-Engels
Marietta Kurm-Engels
Handelsblatt / Redakteurin

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