Tonband ausgestrahlt
Bin-Laden-Stellvertreter droht den USA

Ein Stellvertreter des Moslemextremisten Osama bin Laden hat am Dienstag den USA mit weiteren Anschlägen gedroht. US-Präsident George W. Bush solle sich auf weitere Anschläge in den USA vorbereiten, sagte Eiman el Sawahiri auf einem am Dienstag vom arabischen Fernsehsender El Dschasira ausgestrahlten Tonband.

HB KAIRO. In einem Tonband, das der arabische Nachrichtensender El Dschasira am Dienstag abspielte, und das dem zweiten Mann im Terrornetzwerk El Kaida zugeschrieben wird, ist die Rede von „neuen Todesschwadronen, die auf das Paradies hoffen“. Das Band, dessen Echtheit zunächst unklar war, wurde offensichtlich erst kürzlich aufgenommen, da es auf eine Rede Bezug nimmt, die US-Präsident George W. Bush im Januar gehalten hatte. Sawahiri gilt als die rechte Hand von El-Kaida-Anführer Osama bin Laden.

Der Nachrichtensender El Arabija spielte ebenfalls am Dienstag Auszüge eines angeblichen Sawahiri-Tonbandes, in dem er den französischen Präsidenten Jacques Chirac zum Feind erklärt. Die Sawahiri zugeschriebene Stimme sagt, Chirac sei ein „hasserfüllter Kreuzritter“, weil er den Musliminnen das Tragen des Kopftuches in staatlichen Schulen verbieten wolle. Zugleich kritisierte er den Scheich des einflussreichen Kairoer Al-Azhar-Islaminstituts, Mohammed Said Tantawi, der den Franzosen das Recht zugebilligt hatte, ein entsprechendes Gesetz zu beschließen.

Es war nicht klar, ob es sich um zwei Tonbänder handelt oder ob die beiden Sender verschiedene Auszüge der gleichen Aufnahme ausstrahlten. In den gesendeten Passagen geht der angebliche Sawahiri nicht auf die Militäroffensive im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ein, die nach jüngsten Spekulationen eine Festnahme Bin Ladens und seiner engsten Getreuen zum Ziel hat.

Die Stimme auf dem Tonband fordert die Muslime auf, „ungläubige Regime“ wie die US-Regierung, die afghanische Regierung von Präsident Hamid Karsai oder den provisorischen irakischen Regierungsrat mit militärischen Mitteln zu bekämpfen, da ein Dialog oder andere friedliche Methoden zwecklos seien. Über Saddam Hussein und die US- Besatzung im Irak sagt die Stimme: „Der Irak hat die Herrschaft eines säkularen Diktators gegen eine Besatzung eingetauscht, die den Islam bekämpft“.

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