Tony Abbott
Australiens Premier übersteht Sturzversuch

Tony Abbott kann fürs Erste aufatmen: Die meisten Abgeordneten der regierenden Liberalen stärken dem angeschlagenen Premier den Rücken. Doch eine breite Unterstützung sieht anders aus. Kommt es bald zur nächsten Revolte?
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CanberraAustraliens angeschlagener Premierminister Tony Abbott bleibt trotz einer Revolte Dutzender seiner Parteikollegen im Amt. Am Montag stärkten ihm 61 Abgeordnete der regierenden Liberalen bei einer parteiinternen Abstimmung den Rücken, wie Fraktionschef Philip Ruddock mitteilte. 39 sprachen sich demnach für eine Absetzung Abbotts als Parteivorsitzender aus. Dieser beschwor nach dem Votum die Eintracht und Stabilität. Er solle so lange an der Spitze stehen, bis die Wähler bei den nächsten Wahlen im kommenden Jahr über sein Schicksal entschieden, forderte Abbott.

Beobachter bezweifeln allerdings, dass er sich lange genug an der Macht halten kann, um seine konservative Regierung in die Wahlen 2016 zu führen. Der 57-Jährige hatte im Januar Kritik auf sich gezogen, als er den Mann der britischen Königin Elizabeth II., Prinz Philip, am australischen Nationalfeiertag zum Ritter schlug. Viele sahen darin eine Beleidigung von Australiern, die eine solche Ehre ebenfalls verdient hätten. Der Ritterschlag galt auch als Auslöser der Revolte gegen den Regierungschef. Dies sei „der endgültige Beweis“ dafür gewesen, dass der Premierminister die Verbindung zu den Menschen verloren habe, schrieb der Parlamentarier Luke Simpkins vergangene Woche in einer parteiinternen E-Mail.

Nach Expertenmeinung hätte Abbott ein besseres Ergebnis als das vom Montag gebraucht, um im Falle weiter sinkender Umfragewerte potenzielle künftige Herausforderungen abzuwenden. Abbott würde einen weiteren Fehltritt nicht überstehen, sagte der politische Kommentator Chris Kenny. „Er ist eine dumme Ritterwürde von der Vergessenheit entfernt“, sagte Kenny dem Fernsehsender Sky News.

Abbott selbst beschrieb die Abstimmung als politische Nahtoderfahrung. Er versprach, eine kollegialere Regierung zu führen. „Dies ist eine sehr ernüchternde Erfahrung gewesen, eine sehr ernüchternde Erfahrung“, sagte der Premier zu Reportern.

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Abbotts Beliebtheit auf dem Tiefpunkt

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