
LONDON. Langweilig ist es Tony Blair ganz sicher nicht geworden, seit er im Jahr 2007 als britischer Premierminister von der großen politischen Bühne abgetreten ist. Der Labour-Politiker bastelt seither fleißig am eigenen Geschäftsimperium. Jetzt soll seine Firma Tony Blair Associates auch noch einen Finanzableger bekommen.
Für die Tochter Firerush hat der Ex-Premier jetzt die Genehmigung der britischen Finanzaufsicht FSA erhalten. Einen Zeitungsbericht, der behauptete, Blair plane eine eigene Investmentbank für reiche Kunden, bezeichnete ein Sprecher des Politikers allerdings als "Blödsinn". Blair Associates habe die Genehmigung der FSA nur aus Vorsichtsgründen eingeholt und werde sich weiterhin auf die strategische Beratung von Kunden in politischen und wirtschaftlichen Fragen konzentrieren. Tatsächlich darf Firerush zwar jetzt für Klienten investieren, aber die Firma hat noch immer keine Erlaubnis, selbst Kundengelder zu verwalten, und könnte damit viele Funktionen einer Bank nicht wahrnehmen.
Blair hat nach seinem Rücktritt bereits Erfahrungen in der Finanzbranche gesammelt, zum Beispiel als Berater und Türöffner für die amerikanische Großbank JP Morgan. Experten schätzen, dass der Ex-Premier und seine Frau seit seinem Rücktritt ein Vermögen von rund 20 Mio. Pfund angehäuft haben.