Too big to fail
US-Kongress billigt Bankenzerschlagung

Übergroßen US-Banken droht die Zerschlagung: Nach einem jetzt verabschiedeten Gesetzentwurf müssen die Institute nachweisen, dass ihr Kollaps nicht die Wirtschaft Amerikas bedroht. Auch in der EU wird offenbar über eine solche Lösung nachgedacht.
  • 3

HB WASHINGTON. Der US-Kongress hat einen Gesetzentwurf zur Zerschlagung von Banken auf den Weg gebracht. Der Ausschuss für Finanzdienstleistungen verabschiedete dazu am Mittwoch einen Anhang zur großen Finanzaufsicht-Reform von Präsident Barack Obama, über die noch in dieser Woche erstmals abgestimmt werden soll. Der Entwurf gibt einem geplanten Rat zur Kontrolle der Finanzbranche die Macht, Institute zur Aufspaltung zu zwingen, die die Stabilität des Systems allein durch ihre Größe gefährden.

Die Demokraten wollen in der Frage eng mit der Europäischen Union zusammenarbeiten. „Ich habe Anfang des Jahres mit vielen EU-Vertretern und Mitgliedern des Europäischen Parlaments gesprochen und dabei erkannt, dass wir viele Sorgen teilen“, sagte der Abgeordnete Paul Kanjorski, der den Entwurf eingebracht hatte. Die Reform dürfte frühestens im Dezember dem Repräsentantenhaus zur Abstimmung gestellt werden.

Der Entwurf verpflichtet die Großbanken zu einem Nachweis, dass ihr möglicher Kollaps nicht die Stabilität der amerikanischen Wirtschaft bedroht. „Kein Institut darf so groß sein, dass man es nicht zusammenbrechen lassen kann“, betonte Kanjorski. In der Finanzkrise haben Regierungen weltweit mit Milliardenausgaben Banken gerettet, die als systemisch relevant galten. Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers hatte die gesamte Branche ins Taumeln gebracht und weltweit den größten Abschwung der Nachkriegsgeschichte ausgelöst.

Kommentare zu " Too big to fail: US-Kongress billigt Bankenzerschlagung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ich schliesse mich meinem Vorredner an. in der gegenwärtigen Finanzkrise sind die banken wie die Dominosteine in die staatlichen Auffangnetze gepurzelt. Eine Verkleinerung der einzelnen Steine ist nicht zielführend, an den Spielregeln und den damit verbundenen Gefahren für die Allgemeinheit ändert sich dadurch nicht viel.

  • Das Problem "Finanzkrise" ist sicherlich vielschichtiger und mit bankenzerschlagungen nicht vom Tisch zu holen. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die "billionen an Derivaten" die mein Vorschreiber nennt muss man nicht crashen sondern kann man auslaufen lassen. Außerdem lassen sich die Positionen größtenteils gegenseitig aufrechnen. Es muss doch endlich klar werden, dass die Rettungsmaßnahmen und staatlichen Garantien eine einmalige Aktion waren und zukünftig rigoros zerschlagen wird. bankpleiten müssen wieder möglich gemacht werden - ohne den Steuerzahler als Notstopfen ins boot zu holen. Die Risiken müssen wieder fairer auf die Marktteilnehmer verteilt werden!

  • was bringt eine Zerschlagung im Falle das dieser Nachweis nicht erbracht werden kann? kann man viele billionen an Derivaten crashen lassen auch wenn sie auf mehrere Geldhäuser verteilt sind? wer darf dann zuerst die Grätsche machen und wieviele danach bis das gesamtsystem durch den propeller fliegt? der gesetzentwurf hört sich für mich nach Flickschusterei an den Symptomen an, das problem wird so jedenfalls nicht aus den büchern verschwinden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%