Top-Personalie
Obama nominiert Jim Yong Kim für den Weltbank-Chefposten

Kurz vor Ende der Bewerbungsfrist hat US-Präsident Obama den amerikanischen Mediziner Jim Yong Kim als Kandidat für den Weltbank-Chefposten nominiert. Der Universitätsrektor könnte Nachfolger von Robert Zoellick werden.
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WashingtonKurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist haben die USA noch einen Kandidaten für den Chefposten der Weltbank nominiert. Präsident Barack Obama präsentierte am Freitag nach Angaben den Universitätsrektor Jim Yong Kim als Kandidaten für die Nachfolge von Robert Zoellick. Dieser tritt Ende Juni nach fünf Jahren an der Spitze der internationalen Finanzinstitution ab. Da der Weltbank-Chef traditionell aus den USA kommt, hat Kim große Chancen, künftig die Weltbank zu leiten.

„Ich denke nicht, dass die Weltbank einen besseren Chef bekommen könnte“, sagte Obama am Freitag in Washington. „Kim hat große internationale Erfahrung.“ Der 52-jährige Kim steht derzeit an der Spitze der US-Eliteuni Dartmouth College. Der studierte Mediziner war zuvor unter anderem Direktor der Aids- und HIV-Abteilung bei der Weltgesundheitsorganisation. Der US-Bürger mit koreanischen Wurzeln ist ausgebildeter Mediziner. Die Nominierung des weitgehend unbekannten Akademikers gilt als Überraschung. Hochkarätige US-Politiker wie Außenministerin Hillary Clinton und der einflussreiche Senator John Kerry, die für den Posten gehandelt worden waren, hatten kein Interesse bekundet. Auch über eine Nominierung der UN-Botschafterin bei der UNO, Susan Rice, war spekuliert worden.

Die Bewerbungsfrist für den Topjob bei der in Washington ansässigen Weltbank läuft am Freitag um 18.00 Uhr (Ortszeit, 23.00 Uhr MEZ) ab. Weitere Kandidaten sind die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala und der frühere kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo. Okonjo-Iweala hat sich als Wirtschaftsfachfrau und Diplomatin einen Namen gemacht. Sie wurde von ihrem Heimatland sowie Angola und Südafrika nominiert. Das Weltbank-Direktorium wird nach Ablauf der Bewerberfrist am Freitagabend die Kandidatenliste auf maximal drei Namen beschränken. Aus diesem Kreis soll beim nächsten halbjährlichen Treffen von Weltbank und IWF am 21. April der neue Präsident bestimmt werden.

Seit Gründung der Weltbank nach dem Zweiten Weltkrieg besetzen die USA den Chefsessel. Bislang gilt die ungeschriebene Regel, dass die vor allem für die Armutsbekämpfung zuständige Weltbank von einem Amerikaner und der Internationale Währungsfonds (IWF) von einem Europäer geführt wird. In der Weltbank haben die USA den größten Stimmenanteil und können sich der Rückendeckung durch Japan und die Europäer sicher sein. „Wir akzeptieren das Vorschlagsrecht der Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel. Die USA hatten zuletzt mehrere Personalvorschläge in der Hinterhand.

Nach Informationen aus Kreisen standen auf der Auswahlliste die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, die in Indien geborene PepsiCo-Chefin Indra Nooyi, der US-Senator John Kerry sowie Lawrence Summers, ein früherer Wirtschaftsberater Obamas. Es fiel auch der Name der Professorin Laura Tyson, einer ausgewiesenen Expertin für internationale Handelsbeziehungen. Hauptaufgabe der Weltbank ist es, Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessern. Ihr gehören 187 Länder an.

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Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
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  • Obama ist Rechtsanwalt und hat an der Spitze der USA ebensowenig verloren wie Merkel, eine Naturwissenschaftlerin, für die der Sozialismus wohl natürlich erscheint. Daraus werden Krisen gemacht, durch Inkompetenz aller Orten.

  • Ein Mediziner an der Spitze der Weltbank?
    Da fällt mir nichts mehr ein.
    Kein Wunder, dass die Welt so schlecht läuft, wen nur noch Laien übrall sind

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