Top-TerroristSarkawi zum Emir "befördert
Bin Laden fordert Wahlboykott im Irak

Zu einem Boykott der Wahlen im Irak am 30. Januar hat Terroristen-Chef Osama bin Laden aufgerufen. In einer höchstwahrscheinlich echten Tonband-Botschaft sagte er, jeder der an der Abstimmung teilnehme, sei ein „Ungläubiger".

HB KAIRO. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira strahlte am Montagabend Auszüge aus dem Band aus. Gleichzeitig erklärte der Anführer des internationalen Terrornetzwerks den jordanischen Top- Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi zu seinem Stellvertreter im Irak. US-Experten gehen davon aus, das die Botschaft echt ist.

„Hütet euch vor Handlangern, die im Namen von islamischen Parteien sprechen und vor Gruppen, die euch zur Teilnahme aufrufen“, erklärt die Stimme weiter. Die Wahlen seien ein Werk der US-Besatzer. „Jeder, der an diesen Wahlen teilnimmt, wird als Ungläubiger angesehen.“

Bin Laden, der Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001, erklärte auf dem Band weiter, er habe Al-Sarkawi zum „Emir“ (Führer) von El-Kaida im Irak ernannt. Er rief alle Muslime auf, auf Al-Sarkawi „zu hören“. Al-Sarkawis Gruppe bestehe aus „Gerechten, die unter dem Kommando Gottes und des Propheten kämpfen“. Der El-Kaida-Chef lobte die Aktionen von Al-Sarkawis Anhängern gegen das US-Militär im Irak und gegen die „Überläufer-Regierung unter (Übergangsministerpräsident) Ijad Allawi“.

Al-Sarkawis Gruppe, auf deren Konto zahlreiche Anschläge sowie Entführungen und Enthauptungen von Ausländern im Irak gehen, hatte erst im Oktober ihren Schulterschluss mit Osama bin Laden erklärt und sich in „El Kaida im Zweistromland“ umbenannt.

Der Sprecher auf dem Tonband begrüßte diese Vereinigung als „großen Schritt auf dem Weg der Vereinigung der Mudschaheddin, um den Staat des Guten zu erbauen und den des Bösen zu stürzen“. Sarkawi, auf den das US-Militär ein Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar ausgesetzt hat, soll sich im Irak aufhalten.

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