Tory-Chef David Cameron
„Wir werden kämpfen!“

In Meinungsumfragen liegt Premier Gordon Brown haushoch vor seinem Kontrahenten David Cameron. Nun schwor der Tory-Chef beim Parteitag in Blackpool seine Anhänger auf einen Machtwechsel ein. In einer ambitionierten Rede versuchte er, die nervöse Basis zu beruhigen – und zu zeigen, dass er das Zeug zum Premierminister hat.

BLACKPOOL. Seine Wangen glühen wie bei einem streberhaften Musterschüler bei der richtigen Antwort. Doch schülerhaft – nein, das passt nicht, wenn David Cameron sich wie ein TV-Moderator über die Bühne arbeitet, auf und ab. Auf einem Stehtisch liegen ein paar Notizen, aber der Tory-Chef spricht auswendig: „Aus dem Herzen“.

Er ist hier in Blackpool, beim Treffen der konservativen Tory-Partei, um den Briten zu erklären, warum er Premier werden will, was das Land von ihm erwarten kann, sollte er es werden. Und da soll nichts Abgelesenes dazwischenkommen.

Es geht um viel. Der Parteivorsitzende der Torys musste am Wochenende in Blackpool anarbeiten gegen das böse Image des „flip-flop David“, des Wankelmütigen, der im einen Moment die Konservativen zu einer modernen Partei der Mitte machen will – und im nächsten der Stammklientel und ihren Rufen nach niedrigeren Steuern und mehr Gefängnissen nach dem Mund redet.

Der Mann hat eine Botschaft, und das will er zeigen. Gestern schleudert er sie in Richtung des schwergewichtigen Labourpremiers Gordon Brown wie David einen Kieselstein in Richtung Goliath. Der Underdog gegen den Favoriten. Cameron gegen Brown.

„Neue Welt. Alte Politik. Wechsel notwendig“, sagt Cameron. Dann zerpflückt er die Rede, die Brown vor einer Woche beim Labourparteitag in Bournemouth gehalten hat – vom Manuskript. „Aufgewärmte, kurzfristige Versprechen, die wir schon zu oft gehört haben“, giftet Cameron. „Britische Jobs für britische Arbeiter“, zitiert er den Premier. Wisse Brown nicht, dass das nach EU-Recht verboten sei? „Gordon, wer Menschen wie Idioten behandelt, verdient nicht, eine Wahl zu gewinnen, und erst recht nicht, das Land zu regieren.“

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