Tote bei Bombenanschlägen
USA müssen Reserven im Irak mobilisieren

Wegen der anhaltenden Gewalt in der irakischen Provinz Anbar verlegt die US-Armee eine Reserve-Brigade von Kuwait in den Irak. Unterdessen kamen erneut Dutzende Menschen bei Anschlägen im Zweistromland ums Leben.

HB BAGDAD. Die USA verlegen 1 500 Soldaten von Kuwait in die irakische Unruheprovinz, um dort verstärkt gegen Aufständische vorzugehen. Die Situation in Anbar stelle eine große Herausforderung dar, sagte am Dienstag Militärsprecherin Michelle Martin-Hing. Die westirakische Provinz ist eine Hochburg der sunnitischen Extremisten, die gegen die ausländischen Truppen wie gegen die Regierung in Bagdad kämpfen.

Der US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, räumte ein, dass Teile von Anbar in den Händen von Aufständischen sind. Seit Ende vergangenen Jahres wurden dort fast ein Dutzend Stammesführer ermordet, die mit den US-Truppen zusammengearbeitet hatten.

Im Irak sind etwa 130 000 US-Soldaten stationiert. In der amerikanischen Öffentlichkeit nehmen vor der Parlamentswahl im November die Stimmen zu, die einen Zeitplan für ihre Rückkehr fordern.

Erneut Explosionen

Bei der Explosion einer Autobombe auf einem Markt nördlich von Bagdad wurden am Abend mindestens 25 Menschen getötet und 65 teilweise schwer verletzt, wie das Innenministerium mitteilte. Der Anschlag ereignete sich in der überwiegend von Schiiten bewohnten Ortschaft Husseinija, rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Am Tatort wurde noch ein weiterer Sprengsatz gefunden und rechtzeitig entschärft.

Zuvor waren schon bei einem Bombenanschlag in der südlichen Stadt Hilla mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen und mehr als 30 verletzt worden. In Bagdad griffen Aufständische das streng gesicherte Innenministerium mit Mörsergranaten an. Dabei wurden zwei Menschen getötet und fünf verletzt. Bei der Explosion einer Autobombe wurde in Bagdad zudem ein Polizist getötet. Im Stadtgebiet fand die Polizei vier Leichen mit gefesselten Händen. Die Männer waren gefoltert und dann mit einem Kopfschuss getötet worden.

Jede Woche werden nach einem Bericht der Tageszeitung „Al-Sabah“ 60 bis 100 Opfer von Anschlägen und Morden anonym auf Friedhöfen in Bagdad, Nadschaf und Kerbela bestattet. Wenn Angehörige die Toten mittels Fotos nachträglich identifizierten, könnten die Familien diese andernorts beerdigen. Insgesamt würden nach Angaben der Behörden täglich 30 bis 50 gewaltsam zu Tode gekommene Iraker in die Leichenhallen des Landes gebracht.

Seite 1:

USA müssen Reserven im Irak mobilisieren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%