Tote bei Kämpfen
Raketenangriff auf Flughafen in Ostafghanistan

Bei einem Angriff auf ein Verwaltungsgebäude in der ostafghanischen Provinz Paktika sind bis zu 22 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien sieben Soldaten und bis zu 15 der Angreifer, sagte Provinzgouverneur Ali Ahmed Dschalali der in Pakistan ansässigen Nachrichtenagentur AIP am Sonntag.

HB/dpa ISLAMABAD/KABUL. In der Nacht zu Sonntag gerieten auch der Flughafen der ostafghanischen Provinzhauptstadt Chost und die dort stationierten US-geführten Koalitionstruppen unter schweren Raketenbeschuss. Zeitgleich wurde ein Stützpunkt der neuen afghanischen Armee mit Raketen angegriffen.

Über Opfer sei weder bei dem Angriff auf den Flughafen noch bei der Attacke auf den rund 80 Kilometer westlich in der Provinz Paktia gelegenen Armeestützpunkt etwas bekannt, berichtete AIP. Der Angriff auf das Verwaltungsgebäude geschah bereits am Samstag, wurde aber erst am Sonntag bekannt. Die afghanische Regierung und die US- geführten Koalitionstruppen machen für die zunehmenden Angriffe in der Regel Kämpfer der radikalislamischen Taliban und des Terrornetzwerks El Kaida verantwortlich.

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen (UN) in Afghanistan, Lakhdar Brahimi, drängte die Staatengemeinschaft unterdessen, die Internationale Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) auch außerhalb der Hauptstadt Kabul und deren Umgebung einzusetzen. Afghanistan sei nur ein Bruchteil der militärischen Unterstützung zugekommen, mit der andere Krisenländern bedacht worden seien, sagte Brahimi am Sonntag.

Die ISAF, an der auch rund 1500 Bundeswehr-Soldaten beteiligt sind, operiert streng getrennt von den Koalitionstruppen. Diese suchen unter dem Anti-Terror-Mandat „Enduring Freedom“ nach Taliban- und El-Kaida-Kämpfern. Besonders im Süden und Osten Afghanistans haben Attacken auf die US-Truppen und ihre europäischen und afghanischen Verbündeten in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wurden vermehrt angegriffen. Die zunehmenden Angriffe geben Spekulationen Auftrieb, wonach sich die Ende 2001 gestürzten Taliban und El Kaida reorganisiert haben.

Beim Angriff auf den Flughafen Chost kamen den italienischen und afghanischen Koalitionssoldaten nach Augenzeugenberichten US- Kampfflugzeuge zur Hilfe. Sie kreisten auch am Sonntagmorgen über der Gegend. In der südafghanischen Stadt Kandahar wurden unterdessen Flugblätter verteilt, in denen vor der Teilnahme an Feierlichkeiten gewarnt wurden, zu denen die Zentralregierung für diesen Dienstag aufgerufen hatte. „Du alleine wirst verantwortlich sein, wenn Dir etwas zustößt“, hieß es laut AIP in den Flugblättern. Kandahar, Chost, Paktika und Paktia galten als Hochburgen der Taliban.

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