Tote bei palästinensischem Raketen-Angriff in Israel
Israelis fliegen Luftangriffe auf Gaza

Erstmals haben radikale Palästinenser mit einem aus dem Gaza-Streifen geführten Raketenangriff Israelis getötet. Bei dem Einschlag von zwei Geschossen nahe einem Kindergarten in der Stadt Sderot starben am Montag nach Angaben von Rettungskräften ein drei Jahre alter Junge und ein etwa 50 Jahre alter Mann, vermutlich der Großvater des Kindes. Mindestens zwölf Menschen wurden verletzt.

HB SDEROT. Nach dem Angriff wurde mit einem massiven Gegenschlag Israels gerechnet. Zwölf Stunden vor dem Raketenbeschuss hatten Palästinenser im Gaza-Streifen einen Bombenanschlag auf einen israelischen Armee-Posten verübt, bei dem ein Soldat getötet und zwölf verletzt worden waren. In der Region kamen außerdem mindestens vier Palästinenser bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten ums Leben.

Zwar hatten Palästinenser schon früher aus dem Gaza-Streifen heraus mit selbst gebauten Raketen auf nahe gelegene israelische Städte gefeuert, dabei aber bislang niemanden getötet oder ernsthaft verletzt. Eine der beiden am Montag abgeschossenen Kassam-Raketen landete neben einem Kindergarten in dem rund einen Kilometer vom Gaza-Streifen entfernt liegenden Sderot. Unter den Verletzten war auch die Mutter des getöteten Jungen. Beide befanden sich zum Zeitpunkt des Einschlags vor dem Kindergarten. Innerhalb des Gebäudes wurde niemand verletzt. „Ich habe die Kinder des Kindergartens in einem Schutzraum gebracht, und als ich danach raus rannte, sah ich auf dem Bürgersteig die Mutter und ihren Sohn auf jemandem anderen liegen“, sagte die Erzieherin Minnie Schoschan.

Zu dem Angriff bekannten sich die Kassam-Brigaden, ein militärischer Arm der Palästinenser-Organisation Hamas. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon wollte noch am Montag zu Sicherheitsratsberatungen mit seinem Stab zusammenkommen. „Bislang hatte Sderot bei den Kassam-Angriffen Glück gehabt. Dieses Glück ist heute zu Ende gegangen“, sagte Kabinettsmitglied Gideon Esra.

Die Attacke bestärkte Befürchtungen einiger Israelis, dass im Süden des Landes gelegene Städte häufiger Ziele eines Raketen-Beschusses werden könnten, wenn sich die israelischen Truppen wir geplant völlig aus dem Gaza-Streifen zurückziehen. „Sie sollten Gaza niemals verlassen. Das würde den Tod für uns bedeuten“, sagte eine in Sderot wohnende Frau. Die Regierung hält jedoch nach den Worten eines hochrangigen Vertreters unverändert daran fest, alle 21 jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen und vier von 120 Siedlungen im Westjordanland aufzulösen. „Wir lassen uns unsere politischen Pläne nicht vom Terrorismus diktieren“, sagte der Regierungsvertreter.

Regierungssprecher Awi Pasner kündigte an, Israel werde seine Bemühungen fortsetzen, Einrichtungen von Extremisten im Gaza-Streifen zu zerstören, die Hintermänner von Anschlägen festzunehmen und die Täter hart zu bestrafen.

Zu dem am Sonntag verübten Anschlag auf den israelischen Armeeposten bekannten sich die Hamas und die zur Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat gehörenden El-Aksa-Brigaden. Beide Gruppen hätten damit Rache für die Tötung hochrangiger Hamas-Führer durch die israelische Armee Anfang dieses Jahres nehmen wollen, hieß es.

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