Tote bei Raketenangriff im Nordwesten Pakistans
US-Truppen stoßen auf Widerstand der Taliban

Die US-Truppen stoßen bei ihrer Großoffensive "Operation Krummdolch" in Afghanistan auf teilweise erheblichen Widerstand der Taliban.

ap/dpa WASHINGTON/KABUL/ISLAMABAD. Nahe der Stadt Garmsir in der südafghanischen Provinz Helmand sei es zu einem achtstündigen Feuerwechsel mit den Aufständischen gekommen, berichtete der TV- Sender CNN am Freitag unter Berufung auf Informationen des Pentagons. Die Marines (Marineinfanteristen) seien "auf erheblichen Widerstand gestoßen" und hätten Hubschrauber zur Unterstützung angefordert.

Dagegen hätten sich an anderen Orten die Taliban vor den Angriffen der US-Marines überwiegend zurückgezogen und lediglich schwachen Widerstand geleistet. US-Medien sprachen von einer bisher überwiegend erfolgreichen Offensive, bei der US-Soldaten Fortschritte machten.

Offiziell teilte die US-Militärs in Afghanistan lediglich mit, die Operationen der Marines und afghanischer Soldaten dauerten an. Ziel sei es, die Bevölkerung vor den Taliban zu schützen. Zugleich gehe es aber auch darum, nach dem Ende der Kampfhandlungen den wirtschaftlichen Aufbau in der Region in Angriff zu nehmen. Offiziellen Angaben zufolge kam seit Beginn der Offensive am Donnerstag ein US-Soldat ums Leben, mehrere wurden verletzt. Über tote Taliban machte das Pentagon keine Angaben.

Die US-Truppen verfolgen bei ihrer Offensive erstmals eine neue Strategie. Demnach wollen die US-Truppen in der Taliban-Hochburgen Helmand mehrere kleine Stützpunkte einrichten, um so eine Rückkehr der Aufständischen zu verhindern, berichtete die "New York Times". "Es geht nicht einfach darum, den Feind zu töten, sondern darum, die Bevölkerung zu schützen", sagte ein namentlich nicht genannter US-Offizier der Zeitung. Bisher seien die US-Truppen lediglich kurz auf Taliban-Gebiet vorgestoßen und hätten sich danach wieder zurückgezogen.

Zugleich berichtet die "New York Times" aber von Problemen in der Helmand-Provinz. "Dorfbewohner in einigen Distrikten haben die Waffen gegen die fremden Truppen erhoben." Ursache seien Luftangriffe der US-Truppen, bei denen immer wieder viele Zivilisten ums Leben kamen, schreibt das Blatt. Dies erschwere die Operationen der US-Truppen.

Derweils sind nach Angaben pakistanischer Geheimdienstkreise bei einem neuerlichen US-Raketenangriff in einer Grenzregion zu Afghanistan 17 Menschen getötet und 27 weitere verletzt. Zwei von einer Drohne abgefeuerte Raketen seien am Freitag in einen Ausbildungsstützpunkt der pakistanischen Taliban im Dorf Mantoi und ein Kommunikationszentrum der Anhänger Baitullah Mehsuds im nahegelegenen Dord Kokat Khel in Süd-Waziristan eingeschlagen.

In der vergangenen Woche entkam Mehsud nur knapp einem ähnlichen Angriff. Damals kamen 80 Menschen ums Leben, Mehsud blieb unverletzt.

Die pakistanischen Streitkräfte bereiten sich derzeit auf eine Offensive in Süd-Waziristan vor, deren Ziel die Ausschaltung Mehsuds ist. Er soll Drahtzieher einer Serie von Selbstmordanschlägen sein, der im vergangenen Monat mehr als 100 Menschen zum Opfer fielen.

Beim Absturz eines Militärhubschraubers im Nordwesten Pakistans kamen unterdessen am Freitag mindestens 26 Insassen ums Leben. Ein Militärsprecher erklärte, der Absturz sei auf technisches Versagen zurückzuführen.

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