Tote bei Selbstmordanschlag in Kirkuk
Hinterbliebene verklagen Blackwater

Dreieinhalb Wochen nach einer Schießerei in Bagdad ist die US-Sicherheitsfirma Blackwater von Hinterbliebenen der Opfer verklagt worden.

HB WASHINGTON/BAGDAD. Die am Donnerstag beim Bezirksgericht in Washington eingereichte Klage wirft Blackwater vor, aus Profitstreben das Leben unschuldiger Menschen gefährdet zu haben. Unterstützt wird die Klage von drei Familien und einem verletzten Überlebenden der Schießerei vom Zentrum für Verfassungsrechte in den USA. Bei dem Vorfall am 16. September wurden 17 unbewaffnete Iraker erschossen. Danach haben sowohl die irakische Regierung als auch die Behörden der USA eine Untersuchung eingeleitet.

Auch die Vereinten Nationen haben jetzt die privaten Sicherheitsfirmen im Irak ins Visier genommen. Sie warnten vor einer zunehmenden Tätigkeit der zumeist ausländischen Unternehmen. Dies könnte dazu führen, dass die Unterscheidung zwischen Zivilpersonen und Kombattanten ausgehöhlt werde, heißt es in einem am Donnerstag von der Uno-Mission im Irak (UNAMI) veröffentlichten Bericht.

Angesichts mehrerer tödlicher Zwischenfälle mit schwer bewaffneten Mitarbeitern solcher privaten Sicherheitsdienste, die vor allem im Auftrag der US-Regierung etwa Konvois sichern, forderte die Uno, diese Unternehmen auch zur Rechenschaft zu ziehen. Die Vereinten Nationen überlegten, ob die Sicherheitsfirmen im Falle willkürlicher Tötungen nicht sogar wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit belangt werden könnten, sagte Ivana Vuco, die bei der UNAMI für Menschenrechtsfragen zuständig ist. Das Völkerrecht gelte auch für diese Unternehmen, betonte sie.

Die Tätigkeit privater Sicherheitsfirmen im Irak ist nach einem tödlichen Vorfall im September ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Am Dienstag erschossen an einer Kreuzung in Bagdad Sicherheitsbegleiter eines Konvois zwei Frauen in einem Auto. Das australische Unternehmen Unity Resources Group erklärte dazu am Mittwoch, die Schützen hätten den Angriff eines Selbstmordattentäters vermutet.

Die UNAMI zeigte sich in ihrem Berichts zur Menschenrechtslage auch besorgt darüber, dass bei US-Militäraktionen in der Umgebung von Bagdad immer mehr Zivilpersonen getötet würden. So seien bei US-Luftangriffen mindestens 88 irakische Zivilisten ums Leben gekommen.

Bei mehreren Anschlägen wurden unterdessen erneut zahlreiche Menschen getötet. Allen mindestens sieben Menschen kamen bei einem Selbstmordanschlag auf einen belebten Markt in der nordirakischen Stadt Kirkuk ums Leben. Rund 50 Personen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Bei einem Angriff auf einen US-Stützpunkt nahe der Hauptstadt Bagdad wurden zwei Soldaten der Koalitionsstreitkräfte getötet. Fast 40 Menschen erlitten nach Militärangaben vom Donnerstag Verletzungen. Unbekannte griffen den Stützpunkt in der Nähe des internationalen Flughafens von Bagdad demnach am Mittwoch mit einer Rakete oder einer Mörsergranate an.

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