Tote Demonstranten: Protestwelle erreicht den Oman

Tote Demonstranten
Protestwelle erreicht den Oman

Die Proteste in der arabischen Welt weiten sich aus. Nun geht auch Omans Polizei mit Gummigeschossen gegen Regierungsgegner vor. Zwei Demonstranten kamen dabei ums Leben. Der Sultan muss um seine Macht fürchten.
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MaskatDie seit Wochen andauernde Protestwelle in der arabischen Welt hat nun auch den Oman erfasst und dort zwei Menschen das Leben gekostet. Augenzeugen berichteten am Sonntag, bei einer Demonstration für politische Reformen in der wichtigsten Industriestadt Sohar habe die Polizei Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt und danach Gummigeschosse in die Menge gefeuert. Dabei habe sie zwei Menschen getötet und einen weiteren schwer verletzt. Die Demonstranten hätten mit Steinen geworfen und Regierungsgebäude und Autos in Brand gesetzt. Das Militär sei eingerückt, um den Ort zu sichern, berichteten die Zeugen, die nicht namentlich genannt werden wollten. 

Etwa 2000 Demonstranten fanden sich demnach den zweiten Tag in Folge in Sohar ein. Auch aus der südlichen Stadt Salalah wurden Proteste gemeldet. Der Oman ist ein Sultanat am Arabischen Meer mit 2,6 Millionen Einwohnern. Sultan Kabus bin Said herrscht seit rund 40 Jahren mit absoluter Macht über das Land. Parteien sind verboten. Das Land ist ein Ölexporteur und unterhält enge militärisch und politische Verbindungen zu den USA. 

In der vergangenen Woche waren lediglich 300 Menschen in der Hauptstadt Maskat friedlich auf die Straße gegangen und hatten Arbeitsplätze und Reformen gefordert. Unter anderem soll der bislang nur beratende Schura-Rat in ein richtiges Parlament umgewandelt werden. Der Sultan bildete in der Folge am Samstag sein Kabinett um. Eine offizielle Arbeitslosenquote gibt es im Oman nicht. Der US-Geheimdienst CIA schätzte sie 2004 auf etwa 15 Prozent.

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