Tote und Verletzte
Bombenterror überschattet Wahl in Pakistan

Die Wahlen in Pakistan werden von Anschlägen begleitet. Bei Explosionen vor einem Wahllokal und in einem Parteibüro wurden elf Personen getötet, etliche verletzt. Trotz alledem zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab.
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IslamabadDie Parlamentswahl in Pakistan wird von Gewalt überschattet. Bei einem Sprengstoffanschlag in der südpakistanischen Wirtschaftsmetropole Karachi wurden nach Krankenhausangaben mindestens elf Menschen getötet und 36 verletzt. Ziel sei ein Büro der paschtunischen Regionalpartei ANP gewesen, sagte ein Polizeisprecher. In der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar seien bei einem Bombenanschlag nahe eines Wahllokals acht Menschen verletzt worden, sagte der Chef des Lady-Redding-Krankenhauses, Iqbal Afridi.

Die meisten der Verletzten bei dem Anschlag in Karachi seien Kinder, sagte die Verwaltungsleiterin des Jinnah-Krankenhauses, Seemi Jamali. Auch unter den Toten sei ein Kind. Informationsminister Arif Nizami verurteilte die Gewalt. „Leider ist sie erwartet worden“, sagte er. Die ANP und andere weltliche Parteien waren im Wahlkampf immer wieder von den pakistanischen Taliban (TTP) angegriffen worden. Die TTP hält die Wahl für „unislamisch“. Bei Anschlägen gegen Parteiveranstaltungen und Kandidaten wurden seit April mehr als 120 Menschen getötet.

Die Wahl findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Mehr als 620.000 Polizisten, Paramilitärs und Soldaten sollen die Abstimmung vor Taliban-Anschlägen schützen.

Trotz der Anschläge zeichnet bei der Parlamentswahl eine hohe Beteiligung ab. Ein Sprecher der Wahlkommission in Islamabad sagte, man rechne inzwischen damit, dass mehr als 60 Prozent der über 86 Millionen Wahlberechtigten am Samstag ihre Stimme abgeben würden. Bei der Parlamentswahl 2008 lag die Wahlbeteiligung bei 43,7 Prozent.

Die Wahllokale in Pakistan bleiben eine Stunde länger als geplant geöffnet. Die Wahlkommission in Islamabad teilte mit, sie habe die Öffnungszeit bis 18.00 Uhr (Ortszeit/15.00 MESZ) verlängert. Gründe nannte sie nicht.

Die pakistanische Wahlkommission kritisierte den Verlauf der Parlamentswahl in der Millionenmetropole Karachi massiv. Die Wahl dort sei nicht frei und fair verlaufen, erklärte die Kommission am Samstag. Zahlreiche Wähler in Karachi hatten über Einschüchterungsversuche und Unregelmäßigkeiten geklagt.

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