Die Bundesregierung reagiere in den Fällen mit der gebotenen Sensibilität, sagte Steg. „Wir haben die große Hoffnung, dass verstanden wird, dass der Verteidigungsminister das Verhalten in Afghanistan nicht toleriert.“ Jedes Foto sei eines zu viel, jeder Fall sei einer zu viel. „Ich mag es mir schlichtweg nicht vorstellen, dass mit solchen Bildern Geld verdient wird oder das für solche Bilder Geld bezahlt wird“, sagte Steg.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat inzwischen als Konsequenz aus den Totenschändungen zwei Bundeswehr-Soldaten vom Dienst suspendiert. Die beiden Männer gehörten zu einer Gruppe von sechs Soldaten, denen die Totenschändungen im Jahr 2003 zur Last gelegt wurden.
Jung bekräftigte, wer sich so verhalte, habe in der Bundeswehr keinen Platz. Der Minister erklärte, er habe Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan beauftragt, Verbesserungsvorschläge für Ausbildung und Dienstaufsicht vorzulegen. Darüber hinaus solle sich der Beauftragte für Erziehung und Ausbildung nach Afghanistan begeben, um über die Motivation und die Disziplin der Soldaten vor Ort zu berichten. Auch in der Frage der Mitwisserschaft werde ermittelt. Dienstvorgesetzte dürften ein solches Fehlverhalten nicht tolerieren, mahnte Jung.
Aus Kreisen des Verteidigungsministeriums hieß es, dass einige Tatverdächtige aus dem Jahr 2003 aus der Kaserne in Mittenwald stammten. Nach ARD-Informationen handelt es sich bei den Soldaten auf den Fotos von 2004 „aller Wahrscheinlichkeit nach“ um Soldaten des Panzergrenadier-Bataillons in Bad Segeberg in Schleswig-Holstein.
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