Transatlantische Beziehungen
EU und USA suchen Alternativen zum Öl

Die EU und die USA bauen ihre strategische Partnerschaft aus. Künftig wollen Amerikaner und Europäer nicht nur in der Außenpolitik, sondern auch bei der Energieversorgung und beim umstrittenen Klimaschutz eng zusammenarbeiten.

WIEN. Außerdem wollen sie die Doha-Runde zur Liberalisierung des Welthandels neu beleben. Das kündigten US-Präsident George W. Bush, der österreichische Bundeskanzler und amtierende EU-Ratsvorsitzende, Wolfgang Schüssel, sowie EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso beim EU-USA-Gipfel in Wien an.

Es war das erste Spitzentreffen seit der transatlantischen Aussöhnung vor einem Jahr. Damals war Bush mit großem Pomp nach Brüssel gereist, um den Streit über den Irak-Krieg zu begraben. Diesmal wollten die USA und EU neue Akzente setzen. Zwar gebe es immer noch Differenzen, räumte Bush nach dreistündigen Beratungen in der Hofburg ein. Der Irak-Krieg und der Streit über das Gefangenenlager Guantanamo hätten sich negativ auf das Image der USA ausgewirkt. Jetzt gehe es aber darum, nach vorne zu schauen: „Wenn Amerikaner und Europäer zusammenarbeiten, können wir große Dinge schaffen“, sagte Bush.

Als Hauptziel der Kooperation nennt die Gipfelerklärung die Förderung von „Frieden, Menschenrechten und Demokratie weltweit“. Die EU hat sich damit auf die umstrittene US-Agenda zur Demokratisierung des „weiteren Nahen Ostens“ und anderer Regionen eingelassen. Im Gegenzug ging Bush auf den europäischen Wunsch ein, die Energiepolitik und den Klimaschutz zum Topthema zu machen. „Wir müssen uns aus unserer Ölabhängigkeit befreien und neue Energietechnologien entwickeln“, sagte der Präsident. Ähnlich äußerte sich Kommissionschef Barroso. „Wir haben einen wichtigen Schritt zu einer strategischen Zusammenarbeit im Energiesektor gemacht“, sagte er.

Vor allem beim Zugang zu Öl- und Gasvorkommen und bei der Versorgungssicherheit wollen Amerikaner und Europäer zusammenrücken. Die neue Strategie konzentriert sich auf das Kaspische Meer, den Mittleren Osten, Zentralafrika und Lateinamerika. Aber auch Russland, das nicht explizit genannt wird, rückt in den Fokus. Beim G8-Treffen Mitte Juli in Sankt Petersburg wollen die EU und die USA auf „vertragliche Vereinbarungen“ und „marktwirtschaftliche Prinzipien“ in der Energieversorgung drängen.

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