Transatlantische Beziehungen
Merkel ist in den USA "sehr populär"

Bereits vor der Kanzlerinnenwahl am Dienstag hat die US-Regierung den Roten Teppich für Angela Merkel ausgerollt. „Auch als die transatlantischen Wogen wegen des Irak-Krieges hoch schlugen, hat sich Merkel zu Amerika bekannt: Sie genießt in Washington großen Respekt“, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung dem Handelsblatt in Washington.

WASHINGTON. Frau Merkel gehöre zusammen mit den CDU-Außenpolitikern Wolfgang Schäuble und Friedbert Pflüger zu den Transatlantikern, die in der US-Regierung „sehr populär“ seien.

Im Außenministerium setzt man vor allem auf einen „atmosphärischen Neubeginn“ in den deutsch-amerikanischen Beziehungen, die unter der deutschen Ablehnung des Irak-Krieges stark gelitten hatten. Dabei wird jetzt allerdings in Washington betont, dass sich das Verhältnis bereits im letzten Jahr der rot-grünen Koalition deutlich verbessert habe. Im Weißen Haus ist in diesem Zusammenhang vom „Geist von Mainz“ die Rede: Demnach sei der Draht zwischen Washington und Berlin nach der Deutschland-Visite von Präsident George W. Bush im Februar dieses Jahres wieder deutlich enger geworden.

Amerikanische und deutsche Regierungskreise basteln derzeit fieberhaft an einem transatlantischen Besuchs-Programm. So plant der designierte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bereits für den 28. und 29. November eine Reise nach Washington, erfuhr das Handelsblatt aus US-Regierungskreisen. In der Administration werde versucht, einen Termin mit Außenministerin Condoleezza Rice sowie mit Bushs Sicherheitsberater Stephen Hadley zu koordinieren.

Darüber hinaus steht eine Visite des stellvertretenden US-Außenministers Robert Zoellick am 30. November und 1. Dezember in Berlin auf dem Programm, heißt es in der amerikanischen Regierung. Ein Gespräch mit Merkel ist allerdings unwahrscheinlich, da die designierte Kanzlerin an beiden Tagen in Paris, Brüssel und London unterwegs ist. Auch der stellvertretende US-Finanzminister Robert Kimmitt visiere für Dezember einen Abstecher nach Berlin an, heißt es in der Administration.

Wegen des dicht gedrängten Besuchs-Programms in den Tagen nach der Kanzlerwahl gilt eine Merkel-Reise nach Washington noch in diesem Jahr als unwahrscheinlich. Zwar sei noch keine definitive Entscheidung getroffen worden, heißt es sowohl in Kreisen der US-Regierung wie der CDU. Im Moment deute aber alles darauf hin, dass das Treffen zwischen Bush und Merkel im Weißen Haus erst im Januar stattfinden werde. Von der neuen Bundesregierung erhoffen sich die Amerikaner vor allem Unterstützung bei der Demokratisierung Osteuropas, Zentralasiens und des Mittleren Ostens. Als Beispiel gilt die „orangene Revolution“ in der Ukraine, bei der die USA und die Europäische Union Hand in Hand gearbeitet hätten. „Die Deutschen könnten ähnliche Hilfe im Falle von Belarus oder Usbekistan leisten“, unterstreicht ein leitender US-Regierungsbeamter. „Kaum ein Land hat bei der Integration ehemals totalitärer Regime mehr Erfahrung als die Bundesrepublik.“

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