Trauer-Staatsakt mit 20 Regierungs-Chefs
Abschied von Ronald Reagan in Washington

Gäste aus aller Welt haben am Freitag bei einer Trauerfeier in Washington Abschied vom ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan genommen.

HB WASHINGTON. Neben Präsident George W. Bush, dessen Vater Ex-Präsident George Bush, dem britischen Premierminister Tony Blair und seiner Vorgängerin Margaret Thatcher war auch der letzte sowjetische Präsident Michail Gorbatschow unter den 4 000 Gästen in der Nationalkathedrale. Zu den Geladenen gehörte auch Bundeskanzler Gerhard Schröder. Reagan war am Samstag vor einer Woche nach langer Krankheit im Alter von 93 Jahren gestorben.

Der Leichnam Reagans war zuvor im US-Capitol aufgebahrt gewesen, wo zehntausende Menschen ihrem verstorbenen Ex-Präsidenten die letzte Ehre erwiesen hatten. Vom Kapitol war der Leichnam Reagans durch die regnerische US-Hauptstadt in die Kathedrale gefahren worden. „Als Ronald Reagan Gouverneur von Kalifornien wurde, sahen die Beobachter einen neuen Stern im Westen aufgehen“, sagte George W. Bush bei dem Staatsakt in der Kathedrale. „Braun gebrannt, gut gekleidet, entschlossen.“ Während Reagans Amtszeit hätten die Überzeugungen, die den Präsidenten geprägt hatten, das Zeitalter zu prägen begonnen.

Thatcher würdigte in einer zuvor aufgezeichneten Ansprache die Verdienste Reagans. Sie nahm zwar an der Zeremonie teil, sprach jedoch nicht vor Ort. „Zu Lebzeiten war Ronald Reagan so eine fröhliche und belebende Präsenz, dass man leicht vergaß, welche entmutigenden historischen Aufgaben er sich auferlegte hatte“, sagte sie. „Sein Ziel war es, die verletzte Seele Amerikas zu heilen, die Stärke der freien Welt wiederherzustellen und die Sklaven des Kommunismus zu befreien.“

Eingeladen zu der Trauerfeier war auch Polens früherer Präsident Lech Walesa. In einem Artikel im „Wall Street Journal“ schrieb Walesa, Polen verdanke Reagan seine Freiheit. Im Anschluss an die Trauerfeier sollte der Leichnam Reagans nach Kalifornien überführt und dort bei Sonnenuntergang auf dem Gelände der nach ihm benannten Präsidenten-Bibliothek in Simi Valley beigesetzt werden.

Die letzte Zeit seines Lebens war Reagan von der Alzheimer-Krankheit gezeichnet. Vor zehn Jahren hatte Reagan sich mit einem bewegenden Brief von der Öffentlichkeit verabschiedet. Seither hatte er zurückgezogen in Kalifornien gelebt, betreut von seiner Frau Nancy.

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