Trauer um Klestil auch im Ausland
Vereidigung im Zeichen des Gedenkens

Überschattet vom Tod des österreichischen Präsidenten Thomas Klestil ist der 65-jährige Sozialdemokrat Heinz Fischer als neues Staatsoberhaupt vereidigt worden.

HB WIEN. Fischer ist der achte österreichische Präsident seit 1945. Er war am 25. April dieses Jahres von der Bevölkerung in direkter Wahl für sechs Jahre gewählt worden. Die Vereidigung fand im historischen Sitzungssaal des Parlaments in Wien vor den Abgeordneten des Parlaments und den Ländervertretungen statt. Wegen des Todes von Klestil und der bis Samstag angeordneten Staatstrauer wurden die ursprünglich geplanten Feiern zur Amtsübernahme Fischers abgesagt.

Klestil war am späten Dienstagabend nach zwei Herzstillständen zwei Tage vor Ablauf seiner Amtszeit gestorben. An der Vereidigung Fischers nahm auch Klestils Witwe teil.

Auch im Ausland trauert man um Thomas Klestil. So zeigte sich der iranische Staatspräsident Mohammad Chatami über den Tod von Österreichs Bundespräsident Thomas Klestil „persönlich betroffen“. Er sprach von einem „irreparablen Schaden für Österreich und die internationale Gemeinschaft“.

„Sein Tod hat mich persönlich sehr getroffen, denn wir hatten auch persönliche Kontakte, bei denen ich stets von seinen klugen Ansichten profitierte“, schrieb Chatami in einem Beileidsbrief an den neuen österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer. Klestil habe sich nicht nur für den Ausbau der Beziehungen zwischen Wien und Teheran eingesetzt, sondern sie auch maßstäblich geprägt, so Chatami.

Klestil war das erste Staatsoberhaupt aus einem EU-Land, das die Islamische Republik Iran im September 1999 besucht hat. Im März 2003 war er in Wien Gastgeber seines iranischen Amtskollegen Chatami. Im Januar 2004 besuchte er Iran ein zweites Mal, wobei er Teheran versprach, dem Land bei der Suche nach neuen Absatzmärten in Europa für Öl und Erdgas zu helfen.

US-Außenminister Colin Powell bezeichnete den gestorbenen österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil als guten Freund der Vereinigten Staaten. „Wir sind tief betrübt über den Tod des Präsidenten“, sagte Powell am Mittwoch in Washington. Die US-Regierung wolle jetzt eine angemessene Delegation zum Staatsbegräbnis am kommenden Samstag nach Wien schicken.

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