Trauer und Betroffenheit
Das Grauen des Krieges kommt nach Italien

Trauer und Betroffneheit hat die Nachricht vom Anschlag auf die eigenen Soldaten in der italienischen Öffentlichkeit ausgelöst. Selbst der Nachrichtensprecher des italienischen TV-Senders RAI 1 kämpfte wiederholt mit den Tränen, als er in einer Sondersendung von der ständig steigenden Zahl der Opfer berichten musste.

HB ROM. Ein Armeesprecher fing während eines Telefoninterviews an zu weinen. „Wir haben hier alle Tränen in den Augen, doch wir müssen weitermachen“, brachte er nur hervor.

Die ersten Fernsehbilder, die Stunden nach dem Selbstmord-Attentat Italien erreichten, zeigten eine riesige schwarze Rauchsäule über dem Stützpunkt, der von einer auf einem Lastwagen versteckten Bombe verwüstet worden war. Die Italiener wussten, dass auch ihre Landsleute seit Juni in dem nach wie vor im Kriegszustand befindlichen Land stationiert sind. Doch die Soldaten waren im „sicheren“ Südirak stationiert, wie die italienischen Medien immer wieder betonten. Da sei die Gefahr, Opfer von Anschlägen zu werden, am geringsten. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte die Mission auch auf den harmlos klingenden Namen „Antikes Babylon“ getauft.

Doch spätestens seit Mittwoch hat das Grauen des Irak-Kriegs auch Italien eingeholt. Mit einem Schlag ist es das Land geworden, das nach den USA und Großbritannien die höchsten Verluste im Irak erlitten hat. Bisher brachten die Zeitungen fast täglich die aktualisierte Verluststatistik der anderen Länder mit Truppen im Irak.

Dass auch eigene Soldaten dort einmal ihr Leben lassen könnten, wurde weitgehend ausgeblendet. „Du siehst das alles weit entfernt, bis es dich selbst erwischt“, kommentierte der Trainer der italienischen Fußball-Nationalmannschaft, Giovanni Trapattoni, der auch zu der nationalen Tragödie interviewt wurde.

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