Trayvon-Martin-Prozess „Sperrt rassistische Mörder ein, nicht schwarze Jugendliche“

Der Freispruch im Prozess um den Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin sorgt in den USA für Empörung. Obama mahnt zur Besonnenheit. Doch die Debatte um Rassismus und Waffenbesitz in den USA ist im vollen Gange.
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Protest gegen Freispruch im Fall Trayvon Martin

New York/WashingtonNach dem Freispruch im Prozess um den Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin sind am Sonntag in New York tausende Menschen aus Protest gegen das Urteil auf die Straße gegangen. "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden", rief die Menge, die sich zunächst am Union Square in Manhattan versammelt hatte, bevor sie am Abend zum Times Square marschierte. "Das Volk sagt schuldig", riefen die Demonstranten mit Blick auf den Nachbarschaftswächter George Zimmerman, der am Samstag von einer Jury in Florida freigesprochen worden war.

Auf einen Schild stand "Sperrt rassistische Mörder ein, nicht schwarze Jugendliche". Viele Demonstranten, darunter neben vielen Schwarzen auch Weiße und Hispanics, äußerten sich empört über das Urteil in dem Prozess, der seit Monaten das Land bewegte. "Ich bin entsetzt", sagte die 21-jährige Carli Van Voorhis. "Der Mann war bewaffnet, der Junge war es nicht und der Mann mit der Waffe kommt davon. Wenn wir sagen, dies war keine Rassenfrage, lügen wir."

US-Präsident Barack Obama rief zur Besonnenheit angemahnt. "Wir sind ein Rechtsstaat und die Jury hat ihr Urteil gesprochen", sagte Obama am Sonntag. Der Tod von Trayvon Martin sei eine Tragödie gewesen. Der Fall habe die Gemüter erhitzt, die Entscheidung des Gerichts müsse nun aber akzeptiert werden.

"Wir haben ein großes Problem mit Rasse und ein anderes Problem mit Waffen", sagte ein Redner, Rodney Rodriguez. "Hätte Zimmerman keine Waffe gehabt, hätte er Trayvon Martin nicht töten können." Am Nachmittag hatte US-Präsident Barack Obama zur Ruhe aufgerufen. "Wir sind ein Rechtsstaat, die Jury hat entschieden", erklärte Obama. Zugleich brachte er den Fall in Verbindung mit den Waffengesetzen. "Wir sollten uns fragen, ob wir alles unternehmen, um die Welle der Gewalt mit Schusswaffen aufzuhalten", sagte Obama.

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31 Kommentare zu "Trayvon-Martin-Prozess: „Sperrt rassistische Mörder ein, nicht schwarze Jugendliche“"

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  • George Zimmerman war sicher vieles aber k e i n Mörder und schon gar kein Rassist.

    Überhaupt ist die ganze Berichterstattung über den Fall und die Debatte darüber ein Indiz für die Qualitätsfreiheit und Voreingenommenheit des deutschen Journalismus, der den amerikanischen Mainstream Medien hier in nichts nahe steht...

    ... Siehe auch diesen hervorragenden Artikel
    http://www.sezession.de/39889/die-trayvon-martin-luge.html

  • "That's all the media and the politicians are ever talking about--the things that separate us, things that make us different from one another.

    That's the way the ruling class operates in any society.
    They try to divide the rest of the people.

    They keep the lower and the middle classes fighting with each other so that they, the rich, can run off with all the fuxxing money!

    Fairly simple thing. Happens to work.

    You know? Anything different--that's what they're gonna talk about--race, religion, ethnic and national background, jobs, income, education, social status, sexuality, anything they can do to keep us fighting with each other, so that they can keep going to the bank!"

  • „Sperrt rassistische Mörder ein, nicht schwarze Jugendliche“
    ---------------
    Das ist doch jedem Todesopfer egal,ob ihn ein Rassist
    den Kopf einschlug,oder ein krimineller unpolitischer
    Jugendlicher.
    Zimmermann hat auch eine schwarze Geschworene von
    seiner Unschuld überzeugt.
    Hoffentlich,wird sie jetzt auch von dem aufgebrachten
    Mob geschützt.

  • In Brasilien haben wir dasselbe Problem. Die Polizei ist nicht in der Lage, die Bevölkerung vor Kriminellen zu schützen. Deshalb hat praktisch jeder eine Waffe im Haus - oftmals natürlich illegal. Dringt der Bandit in das Haus ein, wird ohne Vorwarnung geschossen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass der Dieb schwarz und minderjährig ist. Das hat aber nichts mit Rassismus zu tun. Der Bürger, der sein Leben und Eigentum verteidigt, kann sich ja schließlich die Hautfarbe des Eindringlings nicht aussuchen.

  • Obama wirbt im ganzen Land für ein schärferes Waffenrecht, welches stärkere Kontrollen beinhaltet. Allein, er wird die benötigte 3/5 Mehrheit im Kongress nicht finden. Kann denn da nicht ein politisch intrumentalisierter und durch Medien aufgehetzter Mob ggf. hilfreich sein, um Stimmung im Lande zu machen?

  • @f.buenz
    stimmt fünf Weiße, und eine Latio. Die haben Sie unterschlagen oder wußten es icht. Es sei ihnen verziehen. Aber wussten Sie das 50% der Lations Weiße sind, und das amerikanische System sich daran ausrichtet. Wie in dem sehr bekannten O. J. Simpson Fall. Da waren alle schwarz. Siehe da. Er wurde trotz erdrückender Beweise freigesprochen. Was hier nach heutiger Sachlage eindeutig nicht der Fall ist.

  • @RumpelstilzchenA
    Was soll da klingeln?

  • @Pum_muc
    besten Dank für den sachlichen Kommentar. Wie wohltuend. Unbegreiflich ist nach wie vor, wie manche Foristen ihre Verschwörungstheorien basteln. Ist es ein simpler schwarz/weiß Dünkel oder Selbsthass.
    Und die Rolle des Herr Obama ist eines Präsidenten einfach unwürdig und im Zweifel rassistisch. Herr Obama hat sich in anderen Fällen schon immer sehr weit aus dem Fenster gelehnt, wie im Fall des Harvard-Professor Henry Louis Gates.Ich bin der Meinung das Obama seine Stelle als Präsident der USA nicht gerecht wird. Zu auffallend ist seine negative Positionierung hin zu den noch überwältigten Teil der ethnischen Mehrheit - vulgo den Weißen. Dieser Präsident ist einfach nicht souverän genug.

  • "Auf einem Schild stand" - Das Handelsblatt schürt selber den Rassismus, weil der Fschismus Hass und Gewalt bedarf, um sich an der Macht zu halten. Das lese man doch bei Mussolini nach. Und die NSDAP bekannte sich zum Darwinismus.

    Auf Schildern steht alles möglich. Schilder zu zitieren, um das Empörungspotential zu wecken, das ist kein Journalismus, das ist allerunterste Schulblade. Das ist die Gosse.

    Die Haedline giesst ordentlich Öl ins Feuer. Sie will den Aufruhr und suggeriert, ein Schwarzer könne kein Rassist sein kann, und dass der Fall zwingend mit Rassismus zu tun haben sollte. Hat er auch. Nämlich dem alltäglichen Rassismus des kollaborierenden Journalisten, dem Rassismus des Denunzianten und Verräters.

    Hier sll überhaupt nichts aufgeklärt werden. Hier wird instrumentalisiert!



  • Sparen sie sich ihre Ausrufezeichen, Rumpel. Niemand liest sie.

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