Tríbunal in Bagdad
Saddam bleibt seinem Prozess fern

Der Prozess gegen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein ist am Mittwoch ohne den Hauptangeklagten fortgesetzt worden. Auch vier seiner einstigen Getreuen und die Verteidiger blieben der Verhandlung vor dem Sondertribunal in Bagdad fern.

HB BAGDAD. Saddam war bereits zum fünften Prozesstag Anfang Dezember nicht erschienen. Am folgenden Verhandlungstag im Dezember nahm er wieder teil und beklagte sich über angebliche Folter in US-Haft. Bei der ersten Verhandlung unter dem neuen Richter Rauf Raschid Abdul Rahman am vergangenen Sonntag war es im Gerichtssaal zum Eklat gekommen, als der Richter Saddams Halbbruder Barsan al-Tikriti des Saales verwies. Saddam und zwei weitere Angeklagte hatten daraufhin ebenfalls den Saal verlassen. In dem Prozess wegen des Massakers von Dedscheel im Jahr 1982 stehen insgesamt acht Angeklagte vor Gericht.

Am Mittwoch schilderten vor Gericht drei von einem Vorhang verborgene Zeuginnen ihre Torturen nach dem Attentatsversuch auf Saddam in Dedscheel. Eine der Frauen sagte aus, ihr Mann und sieben weitere Familienangehörige seien damals hingerichtet worden. Eine andere Zeugin berichtete, bei einem Verhör in einem Folterkeller sei sie von Barsan al-Tikriti persönlich bewusstlos geschlagen worden.

Unterdessen riss ein Selbstmordattentäter in Bagdad acht Tagelöhner mit in den Tod, die am frühen Morgen auf der Straße auf Arbeit gewartet hatten. Ein Polizeisprecher sagte, mehr als 30 weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden.

Am Dienstag war das Auto des kanadischen Botschafters in Bagdad unter amerikanischen Beschuss gekommen. Niemand wurde verletzt. Das Außenministerium in Washington sprach nach Medienberichten von einem „unglücklichen Zwischenfall“. Nach Angaben der kanadischen Zeitung „Globe and Mail“ war der Wagen mit vier kanadischen Diplomaten in der abgeriegelten Sicherheitszone in Bagdad unterwegs, darunter der Geschäftsträger Stewart Henderson. US-Soldaten hätten die Warnschüsse abgefeuert, als der Wagen einen amerikanischen Militärkonvoi überholen wollte.

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