Treffen der G20 in Mexiko
Industrieländer rechnen mit Anziehen der Weltwirtschaft

Die USA benutzen auch das Treffen der G20 in Mexiko dazu, mehr finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau des Iraks zu fordern. Seine Gesprächspartner, so US-Finanzminister Snow, hätte sich ausgesprochen kooperativ gezeigt.

HB MORELIA. Beim Treffen der G20 in Morelia ist die Stimmung der Finanzminister und Notenbankchefs zuversichtlich und positiv. Das berichtete US-Finanzminister John Snow . Viele erwarteten in den nächsten Jahren ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,5 bis 4,0 Prozent. Allerdings gebe es auch Sorgen über Risiken wie das hohe US-Leistungsbilanzdefizit, Chinas faktische Währungsanbindung an den Dollar und der hohen Verschuldung einiger lateinamerikanischer Länder. Snow nutze die zweitägige Konferenz auch dazu, seine Kollegen erneut um größere Hilfe beim Wiederaubau des Iraks zu bitten. Er sei sich mit Bundesfinanzminister Hans Eichel einig, dass der Golfstaat rasch internationale Finanzhilfen benötige. Zur Gruppe G20 gehören wichtige Industrie- und Schwellenländer.

„In jedem einzelnen Fall war der Tenor der Kommentare, dass die Weltwirtschaft auf einem ziemlich guten Weg ist“, sagte Snow. am Sonntagabend. Doch als Risiko sei unter anderem auch Chinas umstrittene Währungspolitik angesprochen worden. Die USA fordern von China eine Abkopplung der Landeswährung Yuan, dessen Wechselkurs derzeit fest an den Dollar gebunden ist. Damit hält China nach Einschätzung der US-Regierung den Yuan künstlich niedrig und verschafft der heimischen Exportindustrie dadurch Vorteile im internationalen Handel. Snow sprach den Wechselkursstreit am Rande der Konferenz auch bei einem Treffen mit chinesischen Vertretern an. Beide Seiten hätten ihre Positionen bekräftigt, sagte er.

In Treffen mit einzelnen G20-Kollegen warb Snow erneut für eine größere internationale Unterstützung beim Wiederaufbau des vom Krieg zerrütteten Iraks. Dabei sei er mit seinem russischen und deutschen Kollegen überein gekommen, dass der Irak dringend internationale Hilfe für den Wiederaufbau seiner Wirtschaft brauche, sagte Snow. „Sie spüren wie wir ein Gefühl der Dringlichkeit und waren so kooperativ und in diesem Punkt so nach vorne gerichtet wie man es sich nur erhoffen könnte.“

Der Gruppe der G20 gehören neben den sieben führenden Industrienationen (G7) - USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada - auch Argentinien, Australien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea und die Türkei sowie die Europäische Union (EU) an.

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