Treffen der Gesundheitsminister bei London
EU sieht sich gegen Grippe-Pandemie gerüstet

EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou hat vor Panik wegen der Vogelgrippe gewarnt. Nach einem Treffen der EU-Gesundheitsminister in der Nähe von London sagte Kyprianou am Donnerstagabend, die Länder seien bei ihren Vorbereitungen in den letzten Monaten deutlich vorangekommen, wenn es auch noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe.

HB CHANDLER'S CROSS. Die britische Gesundheitsministerin Patricia Hewitt unterstrich, das von der Vogelgrippe ausgehende Risiko für die Bevölkerung in Europa sei sehr gering. Kyprianou sagte, auch wenn man weitere Fälle von Vogelgrippe in Europa nicht ausschließen könne, müsse man nicht, „bei jedem Tod eines Vogels in Panik geraten.“

Er sei zufrieden mit dem Stand der Vorbereitungen, sagte Kyprianou. Alle 25 Länder hätten ihre Pläne vorgelegt, wie sie mit einem möglichen Ausbruch einer Pandemie reagieren wollten. Fast alle hätten ausreichende Medikamentenvorräte angelegt. „Wir erreichen die Ziele“, versicherte Kyprianou. Für Deutschland nahm an dem Treffen in Chandler's Cross der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder, teil.

Die Europäische Union (EU) will die Maßnahmen ihrer Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Vogelgrippe stärker koordinieren. Die Teilnehmer hätten übereingestimmt, dass der Schutz vor einem Vogelgrippe-Ausbruch in den Ställen, aber auch die Versorgung der Menschen mit Grippe-Medikamenten und Impfstoff verstärkt abgestimmt werden sollen, hieß es. Konkrete Beschlüsse über die Form der Koordination wurden bei den Gesprächen in Chandler's Cross unweit von London allerdings nicht gefasst.

Die britische Gesundheitsministerin Patricia Hewitt unterstrich ebenfalls, dass die EU-Länder gemeinsam vorgehen müssten. Details und die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen in den kommenden Wochen weiter diskutiert werden.

Ein Sprecher der EU verwies darauf, dass inzwischen alle Mitglieder ihre nationalen Notfall-Pläne vorgelegt hätten - zum Teil noch in Entwürfen. Dies ist wichtig, damit die EU den Ausbruch einer gefährlichen Grippe-Epidemie in einer groß angelegten Computersimulation durchspielen kann. Die Gemeinschaft will dabei richtige sowie mangelhafte Reaktionen der Länder erkennen. Für die Steuerung der Notfallübung „Common Ground“ ist die britische Behörde für Gesundheitsschutz zuständig, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Großbritannien hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Die Frage einer ungleichen Verteilung von Grippe-Mitteln und Impfungen zwischen ärmeren und reicheren EU-Mitgliedern wurde den Informationen zufolge am Donnerstag ebenfalls diskutiert. Die EU- Kommission sei sich möglicher Probleme bewusst, hieß es dazu.

Die zweitägigen Gespräche, die Freitag enden sollten, waren lange vor den jüngsten Vogelgrippe-Fällen im Rahmen der routinemäßigen EU-Konsultationen vereinbart worden.

Viele Experten befürchten, dass sich das Vogelgrippevirus oder ein anderes Grippe-Virus genetisch verändert und dann eine weltweite extrem gefährliche Epidemie folgt. Dies war im vergangenen Jahrhundert drei Mal geschehen, unter anderem im Fall der Spanischen Grippe 1918.

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