Treffen der Verteidigungsminister
Nato wappnet sich gegen neue Gefahren

Die Nato will sich verstärkt auf neue Gefahren durch Terrorismus und Massenvernichtungswaffen vorbereiten. Dies sei auch bei einem von den USA initiierten, fiktiven Szenario der Nato-Verteidigungsminister deutlich geworden, betonte Nato-Generalsekretär, Lord Robertson, am Mittwochabend (Ortszeit) im amerikanischen Colorado Springs beim informellen Treffen der Nato- Verteidigungsminister.

HB COLORADO SPRINGS. Bei dem als „Seminar“ deklarierten Planspiel ging es nach US- Angaben um die Fähigkeiten der Nato im Kampf gegen Terroristen und Massenvernichtungswaffen. Als Krisenszenario diente ein fiktiver Terroranschlag in einem Mitgliedsland im Jahr 2007, bei dem auch chemische und biologische Waffen eingesetzt werden. Notwendig seien eine bessere, vorausgreifende Planung und mehr Flexibilität sowie schnellere und effizientere Entscheidungsprozesse in den Hauptstädten der Nato-Länder, betonte Robertson nach dem Seminar.

Auch US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld forderte mehr Flexibilität und eine bessere Einsatzfähigkeit der Nato-Streitkräfte. Wichtig sei die rasche Eingreiftruppe des Verteidigungsbündnisses. Robertson verwies zudem auf die Notwendigkeit, Streitkräfte und Waffensystem in den Nato-Ländern zu modernisieren. Auch die Beziehungen zu den Vereinten Nationen sowie zur Europäischen Union hätten angesichts der künftigen weltweiten Gefahren eine besondere Bedeutung.

Robertson kritisierte, dass von den 1,4 Mill. Soldaten der Nato-Länder - außer den USA - lediglich 55 000 in militärischen Operationen auf dem Balkan, in Afghanistan und anderen Einsatzgebieten eingesetzt seien. Selbst das überfordere offenbar die Nato-Verbündeten. „Dies ist eine nicht akzeptable Situation“, sagte er.

Im Mittelpunkt des ersten Tages des Nato-Treffens stand auch das Thema Irak. Dabei sollte über die technische und logistische Unterstützung polnischer Einheiten gesprochen werden, die in einer Sicherheitszone des Landes eine internationale Truppe führen. Es wurde auch erwartet, dass Rumsfeld seine Kollegen über die aktuelle Lage in dem Land informiert.

Des weiteren standen Zwischenberichte über den Aufbau der Nato- Reaktionstruppe, die später etwa 21 000 Mann stark sein soll, sowie die Umsetzung der neuen effektiven Kommandostruktur auf der Tagesordnung der Minister. Die ersten Einheiten der Nato- Reaktionstruppe sollen Mitte Oktober einsatzbereit sein. Zudem ging es darum, wie die Bündnispartner ihre Streitkräfte weiter umbauen müssen, um dauerhaft in Krisengebieten mit ausreichend Mannschaft und Gerät präsent zu sein.

Bundesverteidigungsminister Peter Struck plante, mit Rumsfeld und dem am Donnerstag erwarteten russischen Verteidigungsminister Sergej Iwanow Gespräche zu führen. Am Donnerstag sollen zudem die Themen Afghanistan und Balkan erörtert werden. Dann werden die Minister über die geplante Ausweitung des von der Nato geführten ISAF- Einsatzes über die Hauptstadt Kabul hinaus beraten. Außerdem wurde erwartet, dass sich die Minister grundsätzlich auf eine Übernahme des SFOR-Einsatzes durch die Europäische Union verständigen.

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