Treffen
G20-Finanzminister in Paris zusammengekommen

Die Schuldenkrise in der Eurozone dominiert das Treffen der G20-Finanminister und Notenbankchefs. Insbesondere die USA und Japan drängen auf rasche Lösungen. Wolfgang Schäuble versprach zum Auftakt „klare Maßnahmen“.
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ParisDie Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) sind am Samstag in Paris zu Gesprächen über die Eurokrise und die internationalen Finanzmärkte zusammengekommen. Die USA, Japan, aber auch andere Länder drängen die Europäer, rasch eine Lösung für die gravierenden Probleme in der Eurozone zu finden.

Nach Informationen aus Delegationskreisen wollen sich die G20-Finanzminister in ihrem Kommunique darauf verständigen, die Fortschritte Europas im Kampf gegen die Schuldenkrise zu begrüßen. Dies werde Teil des Kommuniques sein, das nach dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) veröffentlicht werde, kündigte eine mit den Verhandlungen vertraute Person an.

Zudem werde die G20-Vereinbarung bezüglich der Devisenaussagen nicht schärfer als beim letzten Treffen in Washington ausfallen. China habe keine Hinweise darauf gegeben, dass das Land darauf vorbereitet sei, seine Geschwindigkeit bei der Flexibilisierung der Landeswährung Yuan anzuziehen.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union arbeiten mit Kräften an Lösungsansätzen für die Schuldenkrise für den EU-Gipfel am 23. September. Dabei geht es um die Rekapitalisierung von Banken, den Abbau des griechischen Schuldenbergs und die Erhöhung der Schlagkraft des Rettungsschirms EFSF.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zum Auftakt des zweitägigen Treffens am Freitagabend versichert, dass die Europäer „klare Maßnahmen“ ergreifen würden, um eine Ausbreitung der Eurokrise zu verhindern. „Dazu gehört, dass alle systemrelevanten Banken mit dem nötigen Kapital ausgestattet sind.“

Er schloss auch eine zwangsweise Kapitalisierung nicht aus: Wenn die Banken die Vorgaben nicht aus eigener Kraft erfüllen könnten, „dann würde ihnen notfalls auch durch die Staaten geholfen“, sagte Schäuble. Forderungen aus den Schwellenländern nach einer Erhöhung der Finanzmittel des Internationalen Währungsfonds (IWF), um bei der Euro-Krise auszuhelfen, erteilte er jedoch eine Absage.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tauschte sich am Freitag in einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama über die jüngsten Entwicklungen in der Eurokrise aus. Thema der Unterredung sei auch der G-20-Gipfel in Cannes gewesen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die französische G-20-Präsidentschaft hatte vor Beginn des Finanzminister-Treffens deutlich gemacht, dass die Eurozone „das Epizentrum der globalen Krise“ sei.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Treffen: G20-Finanzminister in Paris zusammengekommen"

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  • Ja klar, die USA drängen auf schnelle LÖsungen udn SChäuble spielt sich als Retter der Welt auf. Herr Schäuble ist traumatisiert und sollte diese Amt nicht bekleiden, er ist unberechenbar.

    Warum Schäuble nun auch die Aufstockung des IWF ablehnt ist der Hammer. Klar, die USA wollen sich von den Chinesen weiter finanzieren lassen und gleichzeitig wollen die Amis, dass Deutschland den Karren aus....zieht. Das wäre für die Amis DIE Win/Win-Situation. DE wäre so dermaßen geschwächt.

    Ist ist kaum zu glauben und kaum auszuhalten, wie HErr SChäuble die deutsche Zukunft an die Wand fährt!! D

    Die Euro-Rettung kann nur gelingen, wenn der IWF aufstockt UND der IWF sich ausschließlich um Italien und Spanien kümmert. GR, POR, IR übernimmt der EFSF. Dann gehts.

    Herr SChäuble ist ein sehr großes Risiko.

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