Treffen in Brüssel
Samaras drängt auf die Milliarden-Hilfe

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hält einen Aufschub der Hilfen für sein Land für ungerechtfertigt. Er betonte am Mittwoch, dass sein Land alle Verpflichtungen eingehalten habe. Trotzdem feilschten die Euro-Finanzminister vergeblich mit IWF-Chefin Lagarde um ein neues Maßnahmenpaket.
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Brüssel/Athen „Griechenland hat eingehalten, wozu es sich verpflichtet hat“, sagte Samaras am Mittwoch in Athen. „Unsere Partner müssen nun zusammen mit dem IWF ebenfalls tun, was sie sich vorgenommen haben. Technische Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Lösung rechtfertigen weder Nachlässigkeiten noch Verzögerungen“. Der Ministerpräsident warnte, von der Entscheidung über neue Milliardenhilfen hänge nicht nur die Zukunft seines Landes ab, sondern auch die Zukunft der gesamten Eurozone.

Die Euro-Gruppe hatte sich in der Nacht zu Mittwoch immer noch nicht auf eine Lösung für Griechenland einigen können. Die Finanzminister brachen am frühen Mittwochmorgen ihre Beratungen darüber ab, wie die Finanzierungslücken ihres Euro-Partners geschlossen werden sollen. Damit liegt auch die Auszahlung der nächsten Hilfstranche auf Eis.

Die internationalen Geldgeber vertagten ihre Griechenland-Verhandlungen auf Montag. „Da die Fragen so kompliziert sind, haben wir keine abschließende Lösung gefunden“, sagte Schäuble nach dem Verhandlungsmarathon. „Deswegen werden wir uns am Montag wieder treffen.“ Er nehme an, dass die Finanzlage Griechenlands daher kein Thema auf dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs werde.

Schäuble zufolge liegt „eine Reihe von Optionen“ auf dem Tisch, wie eine Finanzierungslücke im Hilfsprogramm für Griechenland geschlossen werden soll. Die Eurogruppe und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten sich schon in der vergangenen Woche nicht auf einen Plan zur Unterstützung Griechenlands einigen können.

Die Euro-Gruppe muss nach den Worten ihres Chefs Jean-Claude Juncker vor einer Einigung auf weitere Griechen-Hilfen noch technische Details klären. „Die Euro-Gruppe hat ihr Treffen unterbrochen, um weitere technische Arbeiten an einigen Elementen des Pakets zu erlauben“, erklärte Juncker am frühen Mittwochmorgen. Die Finanzminister wollten ihre Beratungen am Montag fortsetzen.

Seiner Erklärung zufolge hat Griechenland alle Zusagen erfüllt, für die als Frist das Euro-Gruppen-Treffen vorgegeben war. Die Beratungen der Finanzminister beschrieb er als „extensiv“, was in der Diplomatensprache in der Regel eine heftige Aussprache bedeutet. Die Euro-Gruppe sei jedoch damit vorangekommen, ein Maßnahmenbündel zu identifizieren, mit dem die Finanzierungslücken geschlossen werden könnten, sagte Juncker.

Da der Schuldensünder zwei Jahre mehr Zeit bekommen soll, um seine Sparziele zu erreichen, müssen neue Finanzlöcher gestopft werden. So könnten Zinsverbilligungen und das Weiterreichen von Zinsgewinnen an Griechenland helfen, die Lücke zu schließen, die bis 2014 rund 13,5 Milliarden Euro ausmacht.

Auch eine Laufzeitverlängerung der Hilfskredite des Krisenfonds EFSF um zehn Jahre war in Brüssel im Gespräch. Ein Schuldenschnitt für öffentliche Gläubiger ist hingegen unwahrscheinlich. Mehrere Euroländer lehnen dies ab, hieß es.

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  • Samaras drängt auf EU-Hilfe
    =========================
    Ansonsten wäre Griechenland pleite und die urozone würde zerfallen.
    Die Warheit ist, Griecehland ist reich! E sitzt auf gigantischen Öl- und Gsvorräten in Höhe von 330-450Mrd€.
    Weiterhin gibt es noch andere Bodenschätze.
    "Die Existenz von Öl- und Gasvorkommen in das finanziel angeschlagene Griechenland ist keine Sensationsnachricht.
    Große Gold-, Uran-, Boxit(Aluminiumerz)-, Nickel-, Kohle- und Kupfervorkommen bleiben seit Jahrzehneten unerschöpft oder nur in Kleinstmengen abgebaut."

    Hier einige Links:
    http://www.grevenbroichtv.de/2583.html
    http://www.politaia.org/politik/europa/internationaler-finanzkrieg-gegen-deutschland-megabetrug-griechenland/
    http://www.deutschland.net/content/ungehobene-bodenschaetze-wie-arm-ist-griechenland-wirklich
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-10/griechenland-oel/seite-1

    Aber die griechische Regierung hat das immer geleugnet.
    In Griechenland gab es seit Jahren Berichte und Diskussionen darüber, in Deutschland wird darüber gechwiegen.
    Wir "retten" dafür die ach so armen Griechen.

  • @hafnersp

    Vielen Dank für die Adresse zu dem interessanten Artikel.
    Ich kannte bisher nur die Einzelheiten zu den Edel- und Industriemetall-Vorkommen. Die Internetadresse habe ich ja schon genannt.
    Ich habe bereits bei der "Wahlalternative 2013" unterschrieben und überlege jetzt ob ich diese Erkenntnisse dort publik machen sollte. Wäre mal ein Test wie einfallsreich und aktiv die Jungs sind.

  • @ulrich62
    Beschäftigen Sie sich mal hinsichtlich Partei Freie Wähler mit der jüngst geäusserten Kritik des bayr. SPD Landrats Adam (Kreis Regen-Bogen) an seiner Partei. Vielleicht geht Ihnen ein Licht auf.

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