Treffen in Potsdam
Steinmeier will zwischen Afghanistan und Pakistan vermitteln

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will die schwierigen Beziehungen zwischen Afghanistan und Pakistan verbessern. Er selbst will dazu eine diplomatische Offensive starten.

HB BERLIN. Bei seinem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul lud Steinmeier seinen Amtskollegen Rangin Spanta zum G-8-Außenministertreffen kommende Woche in Potsdam ein. An dem Treffen soll auch Pakistans Außenminister Khursheed Mehmood Kasuri teilnehmen.

„Ich hoffe, dass wir von Seiten der G-8 Hilfestellung geben können dafür, dass das politische Gespräch zwischen den beiden Ländern dichter wird als es gegenwärtig ist“, sagte Steinmeier auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Spanta. Gleichzeitig warnte er vor zu hohen Erwartungen: „Es ist sicherlich schwierig hier zu abschließenden Sichtweisen zu kommen.“ Die Beziehungen zwischen Pakistan und Afghanistan hatten wegen unterschiedlicher Sicherheitsvorstellungen im gemeinsamen Grenzgebiet zuletzt einen neuen Tiefpunkt erreicht. Afghanistan wirft dem Nachbarland vor, zu wenig gegen Extremisten vorzugehen.

Mit Blick auf die deutsche Hilfe beim Wiederaufbau sagte Steinmeier, Deutschland und die internationale Gemeinschaft müssten noch mehr tun, um die Fähigkeiten der afghanischen Armee und Polizei zu steigern. Deutschland sei in diesem Bereich zwar schon seit Jahren engagiert. „Wir wissen aber insgesamt, dass wir noch zu langsam vorangekommen sind“, räumte Steinmeier ein.

Ab Mitte des Jahres würden daher bis zu 200 europäische Polizeiausbilder in Afghanistan sein, was den Aufbau der afghanischen Polizei erheblich beschleunigen werde. Zuvor hatte Steinmeier dem vom Krieg zerstörten Land die weitere Unterstützung Deutschlands zugesagt. Zum Auftakt seiner Reise suchte er den Stützpunkt der deutschen Soldaten in Kundus auf. Bei dem Anschlag waren drei Bundeswehrsoldaten und acht Zivilisten getötet worden.

Am Mittwoch wird Steinmeier nach Pakistan weiterreisen, wo er in der Hauptstadt Islamabad unter anderem Präsident Pervez Musharraf und seinen Amtskollegen Kasuri treffen will. Die dreitägige Reise dient nach Angaben des Auswärtigen Amts der Vorbereitung des G-8-Außenministertreffen am 30. Mai in Potsdam.

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