Treffen in Rom
Monti und Samaras wollen Euro-Zone erhalten

Der italienische und der griechische Regierungschef haben in Rom die „Notwendigkeit“ des Erhalts der Euro-Zone bekräftigt. Unterdessen forderte IWF-Chefin Lagarde ein entschlosseneres Handeln der EU-Staatschefs.
  • 5

Rom/FrankfurtDer italienische Ministerpräsident Mario Monti und der griechische Regierungschef Antonis Samaras haben gemeinsam die „unabdingbare Notwendigkeit“ zum Erhalt der Eurozone sowie zur Stabilisierung der Märkte betont. Beide bekräftigten nach einem Treffen in Montis Amtssitz am Freitagmorgen ihre Überzeugung, dass die Integrität der Eurozone auf jeden Fall gesichert werden müsse. Die Märkte müssten Stabilität erlangen und das europäische Zusammenwachsen weiter vorangetrieben werden.

Nach dem Gespräch stand ein Treffen Montis mit dem irischen Regierungschef Enda Kenny auf dem Programm. Danach wurde der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy zum Vier-Augen-Gespräch erwartet, der wie seine Amtskollegen wegen einer Konferenz in Rom weilt.

Neben Auswegen aus der Schuldenkrise dreht sich das Treffen italienischen Medienberichten zufolge vor allem um Vorschläge zur Stärkung der Wirtschafts- und Währungsunion: Die „Zukunftsgruppe“ der Außenminister Deutschlands, Italiens, Spaniens und acht anderer EU-Staaten hatte sich jüngst darauf verständigt, die EU handlungsfähiger und demokratischer zu machen. Vorgesehen sind mehr Kompetenzen und Durchgriffsrechte für die EU-Kommission, Mehrheitsbeschlüsse in der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Fortentwicklung des Euro-Rettungsschirms ESM zu einem Europäischen Währungsfonds nach dem Vorbild des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Griechenland ringt derzeit um die Rückzahlung eines Teils seiner Schulden, da die Freigabe der nächsten Kredittranche in Höhe von 31 Milliarden Dollar durch die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) ins Stocken geraten ist. So wollen die Kreditgeber, dass Athen in den nächsten beiden Jahren noch einmal mehr als 11,5 Milliarden Euro einspart. Die Regierung in Athen hat sich aber trotz Drucks der Troika noch nicht auf alle Einzelheiten des neuen Sparpaketes einigen können.

Derweil rief die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, die europäischen Staats- und Regierungschefs zu einem entschlosseneren Handeln in der Eurokrise auf. Lagarde sagte dem „Wall Street Journal“ vom Donnerstag, die Politik müsse ihre langfristigen Pläne für die Währungsunion deutlicher machen und gleichzeitig rasch handeln, um die Eurozone zu stärken.

Die IWF-Chefin lobte die Politik für ihre Zustimmung zur Rekapitalisierung der Banken, zu den Rettungspaketen und der gemeinsamen Bankenkontrolle. Die Eurozone benötige nun „kurzfristige, koordinierte Aktionen“, um diese Pläne auszuführen. Gleichzeitig müsse langfristig Klarheit geschaffen werden. So müsse die Politik die Investoren überzeugen, dass die Währungsunion überleben werde, um zu zeigen, dass ein Investment in eine zehnjährige Anleihe eine gute Sache sei.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Treffen in Rom: Monti und Samaras wollen Euro-Zone erhalten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ja , und das sollten ALLE wissen
    denn

    es wird 2013 KEINE Bundestagswahl 2013 mehr geben,
    weil es dann die Bundesrepublik Deutschland nicht mehr geben wird .

    Herr Prof. Schachtschneider sagt hier was passieren wird :
    http://www.youtube.com/watch?v=99Q_Va8WFaA


  • Ein Treffen der Diebe


  • "Ein Treffen "politische Puppenspieler" für ihre ehrenwerte Don-Gesellschaft ". Es besteht wie zu erwarten Konsens.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%