Treffen mit dem Botschafter US-Justizminister Sessions wegen Russland-Kontakten unter Druck

Bekommt Trump das nächste Russland-Problem? Auch Justizminister Jeff Sessions soll als Senator Kontakt mit dem russischen Botschafter gehabt haben. Erneut wird über den Einfluss des Kremls auf die US-Wahl spekuliert.
Update: 02.03.2017 - 19:49 Uhr 8 Kommentare
Die Demokraten werfen Jeff Sessions vor, während seiner Anhörung für den Posten als US-Justizminister seine Russland-Kontakte verschwiegen zu haben. Quelle: Reuters
Gelogen beim Amtseid?

Die Demokraten werfen Jeff Sessions vor, während seiner Anhörung für den Posten als US-Justizminister seine Russland-Kontakte verschwiegen zu haben.

(Foto: Reuters)

WashingtonWegen seiner Russland-Kontakte im Wahlkampf haben führende US-Demokraten Justizminister Jeff Sessions zum Rücktritt aufgefordert. Der Republikaner habe den Kongress getäuscht, sagte der demokratische Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, am Donnerstag. Seine Kollegin Nancy Pelosi aus dem Repräsentantenhaus kritisierte: „Das Gesetz ist gebrochen worden.“ Sessions habe unter Eid gelogen. Der Minister hatte im vergangenen Jahr zweimal Kontakt mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak. Die Opposition ist empört, weil er den Kongress darüber im Unklaren gelassen haben soll.

Kontakte zwischen Vertrauten des heutigen US-Präsidenten Donald Trump und russischen Vertretern sorgen seit Monaten für Streit. So musste sein Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn zurücktreten, weil er noch vor dem Amtsantritt der neuen Regierung mit Kisljak über die US-Sanktionen gegen Russland sprach und Trumps Stellvertreter Mike Pence darüber nicht aufklärte. Russland ist nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste dafür verantwortlich, dass mitten im Wahlkampf Computer der Demokratischen Partei gehackt wurden. Die veröffentlichten E-Mails halfen Trump mutmaßlich bei der Wahl im November. Die russische Regierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte nun, es gehöre zur Aufgabe eines Botschafters, mit vielen Menschen zusammenzukommen.

Über die Treffen von Sessions und Kisljak berichtete zuerst die „Washington Post“. Sie wurden auch vom Justizministerium bestätigt. Die Begegnungen seien aber nicht unangebracht gewesen, erklärte die Behörde. Im Januar hatte der Minister bei einer Anhörung im Kongress erklärt, es habe im Wahlkampf „keine Kommunikation mit den Russen“ gegeben. Nun erklärte er, er habe mit der russischen Seite nicht über den Wahlkampf gesprochen.

Die Affäre ist für Sessions heikel, weil er als Justizminister gleichzeitig Generalstaatsanwalt und Chef der Bundespolizei FBI ist, die die Ermittlungen im Fall der mutmaßlichen russischen Einmischung in den Wahlkampf leitet. Pelosi forderte eine unabhängige Untersuchung möglicher Beziehungen des Trump-Lagers zu Russland.

Sessions geriet auch unter Druck wichtiger republikanischer Politiker. Mehrere sprachen sich am Donnerstag dafür aus, dass sich der Minister aus den Russland-Ermittlungen heraushalten sollte. Der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, etwa sagte, dies würde die Angelegenheit vereinfachen. Später schränkte er ein, er überlasse die Entscheidung Sessions selbst. Der Minister lehnt es bisher ab, sich aus den Ermittlungen zurückzuziehen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Treffen mit dem Botschafter - US-Justizminister Sessions wegen Russland-Kontakten unter Druck

8 Kommentare zu "Treffen mit dem Botschafter: US-Justizminister Sessions wegen Russland-Kontakten unter Druck"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Trump hat die Wahl in der USA gewonnen.
    Die Presse in Deutschland sollte sich nicht weiter lächerlich machen.
    Es nervt !!

  • "Nancy Pelosi, wollte sich damit allerdings nicht zufrieden geben. Sie beschuldigte Sessions, beim Amtseid gelogen zu haben und forderte seinen Rücktritt."

    Die Demokraten bringen außer Mäkeleien am Wahlergebnis und Nörgeleien im Senat und Repräsentantenhaus nichts zu Stande.

  • Na und? Merkel kommt doch sogar aus Rußland, jedenfalls aus der Zone.

  • Muss wohl der letzte Strohhalm des sog. Establishments sein. Der Geheimdienstausschuss der USA hat bereits verlautet, dass diese Hexenjagd doch bitte eingestellt werden soll, weil es diese angeblichen Kontakte/Einflußnahme nicht gab. Selbst der MI6-Agent, der die Berichte ohne Beweise angefertigt hat wurde bereits fallen gelassen und musste sich verdünisieren. HB bitte mal aufhören mit der hängenden Schallplatte...Ist ja völlig lächerlich, diese amateurhaften Versuche. Achja Soros & Co. haben auf der Münchner Sicherheitskonferenz wohl mal die Leviten gelesen bekommen. Also HB eure Herrchen sind out of Game...Bis auf Merkel, die schafft das immer noch...lol

  • Lieber Herr Keil, jeder Oppositionsführer oder Präsidentschafts(Kanzler)kandidat spricht vor einer Wahl mit Auslandsvertretern. Hochverrat ist es nur, wenn militärische Geheimnisse ausgeplaudert werden, nicht Ansichten über eine zukünftige Zusammenarbeit. Das ist auch nicht das jetzige Thema, sondern daß angeblich über das Stattfinden von Gesprächen gelogen wurde. Und da müssen wir wohl das Ergebnis der Ermittlungen abwarten, weil sich das vom deutschen Sofa aus schlecht beurteilen lässt.

  • ...
    6. Ist es Hochverrat, wenn man als President elect hinter dem Rücken der amtierenden Regierung deren Beschlüsse zu anderen Staaten u.a. auf Geheimdienstebene konterkariert?
    7. Ein Korrupter hält i.d.R. alle anderen für korrupt und sich selbst für ehrlich.
    8. Ein Bankrotteur hält i.d.R. andere für schuldig an seiner Pleite und meint, spätestens nach der dritten Pleite, es sei ein normaler Vorgang, eine Organisation an die Wand zu fahren.

  • Wenn eine Person, die es mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt, andere Personen als Lügner bezeichnet, so wußten schon die alten Griechen, wer in diesem Fall der Lügner ist, d.h. wem die Pinocchio-Nase wächst. Offensichtlich gibt es in Trumps Charakter eine riesige Schwachstelle: er kann es nicht ertragen, wenn er nicht der Größte ist! Deshalb die angekündigte Untersuchung des angeblichen Wahlbetrugs! Deshalb die angeblich 1-1,5 Millionen von den Medien unterschlagenen Besucher seiner Inaugurationsfeier! ... Gönnt ihm doch seine egomanische alternative Realität: Trump ist der Größte - Lügner! Und das ist noch eine der geringsten seiner Schwächen! Allerdings in Anbetracht seiner Befugnisse eine gefährliche Schwäche!
    Mehr muß man derzeit über diesen Präsidenten nicht berichten!
    Übrigens, eine seiner Schwachstellen hat Trump selbst offenbart: er möchte die Verhältnisse der USA zu Rußland "auf Augenhöhe" verbessern. Da muß er aber noch um einiges wachsen! Und sein Berater Stephen Bannon hat ihn als manisch charakterisiert. Das sollte nicht unterschlagen werden.

    Verkehrte, postfaktische Welt?
    http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
    Viel Spaß beim Anhören!

    PS:
    1. Wer einen durchgeknallten Clown zum Präsidenten wählt, darf sich nicht wundern, wenn das Land zum Circus degeneriert. Die Frage ist nur: können Clowns einen schleichenden Staatsstreich herbeiführen, wie es Trumps ultrarechter Chefstratege Stephen Bannon offensichtlich vorschwebt?
    2. Auch die Schwächsten können behaupten, sie wären die Stärksten!
    3. Dumme Menschen wissen nicht, dass sie dumm sind!
    4. Einem egomanischen Lügner gefallen zu wollen, gelingt am besten mit Schmeicheleien oder Lügen (oder neudeutsch: alternative facts).
    5. Wenn man den Wahlspruch der amerikanischen Nazi-Sympathisanten von 1940 - America First - aufgreift, ist man dann ein geschichtsvergessener Nazi oder einfach nur dumm bzw. bar jeder Gechichtskenntnisse?
    6. Ist es Hochverrat, wenn man als President elect hinter dem Rücken ...

  • Der Einfluss des Staatsrats des DDR wirkt bis heute und zwar direkt bis ins Kanzleramt ... wenn stört das bitteschön?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%