Treffen mit El Sadr gescheitert
Anschläge belasten politischen Neuanfang im Irak

Die Beratungen der irakischen Nationalkonferenz gehen auch nach dem gescheiterten Treffen mit dem Schiitenprediger El Sadr weiter. Auf der Agenda steht die Wahl des Nationalrats.

HB BAGDAD. Eine Delegation der Konferenz war am Dienstag nach Nadschaf gereist, um mit dem Schiitenprediger Muktada el Sadr über einen Abzug seiner Milizionäre aus den heiligen Stätten zu verhandeln. Ein Treffen kam jedoch nicht zustande. Unterdessen gingen die Kämpfe weiter. Der US-Nachrichtensender CNN berichtete, US-Kampfflugzeuge hätten am Abend Ziele nahe dem großen Friedhof bombardiert, in dem sich ein Teil der Kämpfer von El Sadr verschanzt hat.

Die Kämpfe in Nadschaf, ein blutiger Anschlag und Machtkämpfe hatten den von vielen erhofften politischen Neuanfang mit einem irakischen Übergangsparlament am Dienstag belastet. Bei einem Mörsergranatenanschlag wurden am dritten Sitzungstag der Nationalkonferenz in Bagdads Innenstadt sieben Iraker getötet und 42 weitere Menschen verletzt. Das berichtete der arabische Nachrichtensender El Arabija unter Berufung auf das Innenministerium.

Acht Delegierte des Kongresses flogen am Nachmittag von Bagdad zu einem US-Militärstützpunkt in Nadschaf und begaben sich zur Imam-Ali- Moschee. El Sadr, der sich mit seinen Anhängern in dem Schiitenheiligtum verschanzt hat, lehnte nach Angaben der britischen BBC ein Treffen ab. Ein Sprecher El Sadrs sagte dem arabischen Sender „El Dschasira“, der Schiitenprediger habe die Delegation willkommen geheißen. Die „Sicherheitsatmosphäre“ habe aber kein Treffen zugelassen. Erst am Samstag waren Verhandlungen zwischen der Regierung und El Sadr gescheitert.

Die Delegation der Nationalkonferenz sollte dem Vernehmen nach eine Auflösung der Miliz und ihre Umwandlung in eine politische Partei vorschlagen. Außerdem wollte sie von der „Mahdi-Armee“ verlangen, die Imam-Ali-Moschee zu verlassen. Im Gegenzug sollten die Kämpfer demnach Straffreiheit erhalten. Der Leiter der Delegation, El Sadrs Cousin Hussein el Sadr, betonte laut BBC, sein Auftrag sei es nicht, zu verhandeln, sondern nur eine Nachricht der Nationalkonferenz zu überbringen.

Nach Informationen von El Arabija kam es am Dienstag auch in Basra erneut zu Angriffen von El-Sadr-Anhängern. Dabei starb am Abend in der südirakischen Stadt ein britischer Soldat, wie ein britischer Militärsprecher in London mitteilte. Ein weiterer Brite wurde den Angaben nach verletzt.

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