Treffen mit GM
Opel-Länder wollen keine Alleingänge mehr

Keine Alleingänge mehr: Um einen Subventionswettlauf um die Gunst von General Motors zu vermeiden, wollen die EU-Länder mit Opel-Standorten künftig gemeinsam mit dem US-Mutterkonzern verhandeln. Darauf haben sich die Vertreter der Länder bei einem Treffen in Brüssel geeinigt. Dort wurden auch die nächsten Schritte im Opel-Poker zkizziert.
  • 0

HB BRÜSSEL. Die EU-Länder mit Opel-Standorten haben nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zugesichert, dass sie vor der Präsentation des Sanierungsplans keine Zusagen an den US-Autobauer General Motors machen. Brüderle sagte am Montag in Berlin, zudem werde es auch keine Gespräche einzelner Regierungen mit GM geben.

GM werde den Sanierungsplan in Kürze vorlegen, wobei zunächst die Arbeitnehmervertreter und danach die Regierungen informiert würden, sagte Brüderle zum Ergebnis eines Treffens von EU-Wirtschaftsministern mit der EU-Kommission und GM-Europe-Chef Nick Reilly in Brüssel.

Zuvor hatte Wirtschafts-Staatssekretär Jochen Homann in Brüssel gesagt: "Es hat ein Kommitment aller Länder gegeben, keine Zugeständnisse irgendeiner Form, keinerlei Zusagen zu machen, bevor nicht der Restrukturierungsplan überhaupt vorgelegt ist". Damit sollten Alleingänge und ein Subventionswettbewerb verhindert werden.

Nach Medienberichten hatten Großbritannien, Spanien und Polen GM bereits Kreditbürgschaften und Steuererleichterungen von fast einer Mrd. Euro angeboten. Belgien habe bis zu 500 Mio. Euro in Aussicht gestellt, damit das Opel-Werk in Antwerpen nicht geschlossen werde.

Der flämische Regierungschef Kris Peeters betonte nun nach dem Treffen, die Opel-Länder wollten mögliche Beihilfen für die angeschlagenen Autobauer untereinander abstimmen. Es werde "keine individuellen Verhandlungen" mit GM geben.

Der US-Konzern werde bis Ende der Woche den Sanierungsplan für seine europäischen Töchter vorlegen, sagte Peeters weiter. Die zuständigen Minister aus den EU-Staaten berieten den Plan dann am 4. Dezember.

Unterdessen appellierte der Betriebsratschef des Opel-Werkes in Bochum, Rainer Einenkel, an die Bundesregierung, wie andere europäische Standortländer auch das Überleben des deutschen Autoherstellers mit Staatshilfen abzusichern. Wenn GM die Voraussetzungen erfülle, müsse das Unternehmen die gleiche Chancen auf Staatsgelder haben wie zuvor der Übernahmeinteressent Magna, sagte Einenkel im Radiosender NDR-Info. GM stecke in großen finanziellen Schwierigkeiten. Ohnehin gehe es auch "nicht um einen Großkonzern, dem man helfen muss, sondern es geht um Tausende von Arbeitsplätzen".

Seite 1:

Opel-Länder wollen keine Alleingänge mehr

Seite 2:

Kommentare zu " Treffen mit GM: Opel-Länder wollen keine Alleingänge mehr"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%