Treffen mit Südkoreas Präsidentin geplant
Kim Jong Un gibt sich versöhnlich

Ein Treffen auf höchster Ebene hat es im Verhältnis der verfeindeten koreanischen Staaten erst zwei Mal gegeben. Kim Jong Un zeigt nun Bereitschaft dazu – allerdings stellt er Südkoreas Staatschefin eine Bedingung.
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Seoul
Trotz jüngster Drohungen Nordkoreas mit einem neuen Atomtest hat sich Machthaber Kim Jong Un zu einem Treffen mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye bereiterklärt. Pjöngjang wolle sich mit allen Kräften um eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen bemühen, verkündete Kim am Donnerstag in einer von den Staatsmedien übertragenen Neujahrsansprache. Es gebe keinen Grund, nicht „Gespräche auf höchster Ebene“ zu führen. Allerdings deutete Kim an, dass es ohne eine Einstellung der Militärmanöver Südkoreas mit den USA keine Fortschritte in den Beziehungen geben könne.

Südkorea begrüßte Kims Ansprache als Geste des guten Willens und rief den Nachbarn auf, auf den jüngsten Vorschlag Seouls zur Wiederaufnahme des Dialogs einzugehen. Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae nannte die Rede Kims „bedeutungsvoll“. Kim habe damit die Absicht bekundet, die Beziehungen zu verbessern.

Präsidentin Park hatte sich mehrfach zu einem Treffen mit Kim bereiterklärt. Allerdings bekräftigte sie immer wieder, dass es dabei auch um die Beseitigung der Atomwaffen Nordkoreas gehen müsse. Seit der Teilung der koreanischen Halbinsel vor 70 Jahren gab es nur zwei Treffen auf höchster Ebene zwischen Süd- und Nordkorea – in den Jahren 2000 und 2007.

Das Zustandekommen eines Spitzentreffens beider Koreas hänge „von den Umständen und der Atmosphäre“ ab, sagte Kim in seiner 30-minütigen Rede. Auch zu anderen Gesprächsformen sei Nordkorea bereit, wenn der Süden den Dialog wirklich wolle.

Zugleich bekräftigte er, Nordkorea wolle seine militärischen Fähigkeiten weiter ausbauen und die Wirtschaft des Landes fördern. Er kritisierte die Militärübungen Südkoreas und der USA und warf Washington eine „feindselige Politik“ vor. „Einen Dialog auf Vertrauensbasis und einen Fortschritt der innerkoreanischen Beziehungen kann es in einer gespannten Atmosphäre mit solchen Kriegsübungen nicht geben.“ Noch vor zwei Wochen hatte das kommunistische Regime in Pjöngjang als Reaktion auf den Vorwurf gravierender Menschenrechtsverstöße durch die UN mit dem Bau weiterer Atomwaffen gedroht.

Kims Vorstoß kam nun drei Tage nach einem Vorschlag Südkoreas zu neuen Annäherungsgesprächen mit dem Nachbarland auf Ministerebene. Eine konkrete Antwort aus Pjöngjang blieb bisher aus.

Kim steht seit drei Jahren an der Spitze des verarmten, aber hochgerüsteten Staates. Nach Einschätzung von Experten hat er nach einer Welle „politischer Säuberungen“ seine Macht gefestigt und könnte jetzt verstärkt auf Südkorea zugehen. Im Gegensatz zu seinem vor drei Jahren gestorbenen Vater Kim Jong Il hielt er am Neujahrstag jeweils eine Rede.


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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