Treffen von Merkel und Zapatero
Endesa-Streit soll Beziehungen nicht stören

Der Streit über eine Übernahme des spanischen Stromkonzerns Endesa durch den deutschen Energieversorger Eon wird die bilateralen Beziehungen nach Einschätzung beider Regierungen nicht beeinträchtigen. Darüber waren sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Spaniens Regierungspräsident Jose Luis Rodruiguez Zapatero bei ihrem Treffen in Berlin schnell einig.

HB BERLIN. Das Angebot von Eon müsse nach den geltenden Regeln bearbeitet werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag bei einem Treffen mit dem spanischen Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero in Berlin. Auch Zapatero verwies darauf, dass es um das Übernahmeangebot eines privaten Unternehmens gehe, das die Beziehungen zwischen den Regierungen nicht belasten werde. Spaniens Regierung hat Vorbehalte gegen die Übernahme und favorisiert stattdessen ein Zusammengehen von Endesa mit der spanischen Gas Natural, deren Angebot allerdings um sieben Milliarden Euro unter dem vom Eon liegt.

Auf die Frage nach Bestrebungen des russischen Gaskonzerns Gazprom nach einer Beteiligung an westeuropäischen Energiekonzernen sagte Merkel, auch hier gälten die europäischen und internationalen Spielregeln. Die deutschen Energieversorger seien großteils privatisiert, bei den verbleibenden kommunalen Versorgern müsse der Einzelfall genau betrachtet werden. Als Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) könne Deutschland jedoch nicht einfach sagen, ein bestimmtes Unternehmen als Beteiligungskandidat passe ihm nicht. Ähnlich äußerte sich Zapatero.

Auch bei einem anderen Thema herrschte Einigkeit: Deutschland und Spanien wollen sich gemeinsam für das

Zustandekommen einer EU-Verfassung einsetzen. Ein solcher Vertrag wäre ein „wichtiger Schritt“ zu einer besseren Integration der Europäischen Union, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zapatero betonte, dass beide Länder eine „starke europäische Berufung“ hätten. „Beide Regierungen würden es gerne sehen, wenn neue Anreize für diese Verfassung gesetzt würden, und zwar in einer angemessenen Frist.“

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