Treffen von Morales und Lula da Silva
Bolivien und Brasilien einigen sich bei Energiepolitik

Nach Abschluss des EU-Lateinamerika-Gipfels haben die Präsidenten von Bolivien und Brasilien ihren Streit in der Energiepolitik beigelegt. Im Anschluss zeigten sie sich betont versöhnlich.

HB WIEN. „Wir sind großartige Verbündete“, sagte der bolivianische Präsident Evo Morales, der mit der Verstaatlichung der Erdgasförderung den Ärger der brasilianischen Regierung auf sich zog. „Niemand kann uns jemals gegeneinander ausspielen.“

Die beiden Präsidenten hatten das Treffen am Samstag in Wien kurzfristig nach dem Abschluss des EU-Lateinamerika-Gipfels vereinbart. Der brasilianische Außenminister Celso Amorim sprach von Missverständnissen, die jetzt ausgeräumt würden. Er kündigte an, dass er in naher Zukunft zur Fortsetzung der Gespräche nach La Paz reisen werde. Umgekehrt deutete Morales seine Absicht nach einem Brasilien-Besuch an und sagte: „Ich würde sehr gern mit dem Präsidenten von Brasilien Fußball spielen.“

Morales beschuldigte die Medien, sie hätten „versucht, uns in eine Konfrontation zu stoßen“. Allerdings hatte Morales vor dem Treffen selbst erklärt, er habe die Verärgerung der brasilianischen Regierung zur Kenntnis genommen. Zugleich fügte er hinzu: „Wir können auch verärgert sein über Unternehmen, die unsere natürlichen Rohstoffe ausbeuten.“

Bolivien hat die bislang an der Erdgasförderung beteiligten ausländischen Konzerne vor die Wahl gestellt, entweder neue Verträge mit der staatlichen Gesellschaft Yacimientos Petroliferos Fiscales Bolivianos zu unterzeichnen oder das Land innerhalb von sechs Monaten zu verlassen. Die brasilianische Petrobras ist der größte ausländische Erdgasproduzent in Bolivien und hat dort mehr als 1,5 Milliarden Dollar investiert.

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