Trichet-Nachfolge
Draghi erleidet mit EZB-Aufstieg herbe Gehaltseinbußen

Als Chef der italienischen Notenbank verdiente sich Mario Draghi eine goldene Nase. Damit ist es vorbei, wenn er EZB-Präsident wird. Die Zentralbank in Frankfurt zahlt vergleichsweise mickrige Gehälter.
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Amsterdam/Frankfurt Der Gouverneur der italienischen Zentralbank, Mario Draghi, wird voraussichtlich die Hälfte seines derzeitigen Gehalts einbüßen, wenn er ab November Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) wird. Wie die Banca d’Italia auf ihrer Website mitteilte, verdiente Draghi im vergangenen Jahr 757.714 Euro (1.090.123 Dollar). Der EZB-Präsident  brachte es gerade mal auf 367.863 Euro, wie die Notenbank auf ihrer Website ausweist.

Der Präsident der Deutschen Bundesbank verdient da schon etwas mehr. Nach Handelsblatt-Recherchen streichte der frühere Chef der Notenbank, Axel Weber, im Jahr 2010 ein Gehalt von 391.522 Euro ein. Sein Nachfolger Jens Weidmann dürfte das gleiche verdienen.

Wesentlich schlechter steht der Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, da. Er verdiente 2010 lediglich 199.700  Dollar.

Die Staats- und Regierungschefs des Euro-Raums werden Draghi am 24. Juni  offiziell zum EZB-Präsidenten ernennen. 

Italien macht derweil sogar Zugeständnisse, um Deraghis Berufung an die EZB abzusichern. Wie die niederländische Tageszeitung "Het Financieele Dagblad" berichtet, hat sich Landsmann Lorenzo Bini Smaghi zum Rückzug aus dem Direktorium der EZB bereiterklärt, damit dem Gremium künftig keine zwei Italiener angehören. Dafür müsse die Regierung in Rom Bini Smaghi aber einen attraktiven anderen Posten anbieten.

"Sie müssen ihm ein Angebot machen, das er nicht ausschlagen kann", zitierte die Zeitung eine mit der Sache vertraute Person. Auch aus Kreisen der EZB verlautete, dem Italiener müsse ein Wechsel mit einer "gleichwertigen Position" schmackhaft gemacht werden. Ansonsten gehe man in der Zentralbank davon aus, dass der Italiener sein achtjähriges Mandat erfüllen werde.

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  • Dracula wird ja ohnehin die Inflation einläuten und sein Gehalt zwar nicht mit Kaufkraft, aber zumindest in Dezimalstellen anheben.

  • Nach solchen Posten strebt man nicht wegen des Gehalts.
    Personen, die sich um solche "Jobs" bewerben, haben ihre Schäfchen bereits im Trockenen.
    Es geht jedoch um Macht und Einfluss für die Kreise, die hinter dem Kandidaten stehen.
    Das Abkassieren für all die kleinen und großen Gefälligkeit kommt später, spätestens nach Ablauf der Amtszeit (siehe auch deutscher Ex-Bundeskanzler).
    Hoffe, mit dem konstruktiven Kommentar gedient zu haben... Untertänigst, Ihr deutscher Steuerzahler, Europas nützlicher Depp...

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